Da bin ich also. Schwarze Buchstaben auf lustigen pastellfarbenen Punkten, die mir gehören. Mein Blog- Gretha Miable.
Wer wird das wohl lesen? Und- wird es ihm gefallen, dem Leser? Ob es da Leute gibt, die meine Gedanken regelmäßig verfolgen? Ein bißchen aufgeregt bin ich jetzt.
Auf die Idee hat mich erstmals mein Englischlehrer an der Uni gebracht. Der wollte unser Gespür für freies Schreiben schärfen und richtete uns einen Blog ein. Da schrieb aber niemand. Ob es dem Unistress geschuldet war oder dem eigenartigen Gefühl des "was schreib ich da nur"- ich weiß es nicht. Dieser erste Versuch scheiterte auf jeden Fall - zumindest für mich.
Samstag war meine liebe schwangere Freundin da, die mir begeistert von ihrem Blog erzählte. Eine Art, sich kreativ mit Erlebtem auseinander zu setzen. Und das fand ich dann auch toll. Also - Gretha Miable.
Wäre meine Tochter ein Zwilling geworden hätte ihre Schwester sicher Gretha gehießen. Ist sie aber nicht. Im Gegenteil. Sie ist unser erstes und einziges Kind. Über mehr denken wir (wir, das sind mein Mann und ich) nicht nach, zumindest jetzt nicht. Momentan ist es viel zu spannend sich mit einem kleinen Kind zu beschäftigen.
Ich erinnere mich noch zu gut an die ersten Wochen. Da dachte ich noch: "Na so schnell vergeht die Zeit ja nun nicht, das Baby schläft fast immer und ich hab keine Ahnung wie ich sie beschäftigen soll. Sie kann doch noch nichts!" Dass sie sehr wohl einiges konnte fällt mir erst jetzt, 8 1/2 Monate später auf. Zum Beispiel konnte sie seit ihrer Geburt wunderbar trinken in einem fast schon unheimlichen 4-Stunden-Rhythmus. Und früh durchschlafen, das konnte sie auch. Und Dinge ganz, ganz genau fixieren und beobachten. Sich mit ihren Händchen selbst beruhigen und spielen. Und schnell greifen. Einfach jeden neuen Reiz in sich aufsaugen, um ihn dann im Schlaf ab zu speichern. Das konnte sie sehr früh. Aber das hab ich zu dem Zeitpunkt nicht richtig registriert. Bis die offensichtlichen Fortschritte einsetzten...Das erste, bewusste Lächeln mit 6 Wochen. Die sich ausdehnenden wachen Stunden am Tag. Die brabbelnd-lallende Kommunikation mit uns. Die zunehmende Mobilität. Und jetzt? Rollt sich unser Kind begeistert von links nach rechts und zurück und versucht sehr angestrengt die Dinge zu erreichen, die soooo unfassbar interessant für sie sind. Also alles. Insbesondere, wenn Mama oder Papa das "Ding" vorher am Wickel hatten.
Diese schöne Zeit und das bewusste genießen der Momente möchte man sich für immer behalten. Vielleicht auch deshalb ein Blog?
In einigen Monaten wird das schon nicht mehr möglich sein. Dann will, muss, soll, möchte ich anfangen zu arbeiten. Quasi den Ernst des Lebens beginnen. Will Wertschätzung auch außerhalb der Familie! Wo und wie ich die finden werde? Noch keine Ahnung, aber ich glaub fest an Karma und dessen Wirkung. Dann wird "mein kleines Baby" für einige Stunden in der Krippe sein, krank werden, Freunde bekommen und vor allem - wieder einen Schritt selbstständiger werden. Schwierig und schön zugleich für mich als Mutter. Und Gottseidank noch gaaaaaaanz weit weg. Mindestens 5 Monate. Ha!
Bis dahin kann ich ihre Krabbelversuche begleiten, mich an ihrem glucksendem Lachen freuen, mir mit ihr Bücher ansehen, mit ihr spazieren gehen... Ich sag ja: jeden Tag genießen!
Das sollte als erster Eintrag ausreichen. Ein Anfang ist gemacht. Und jetzt muss ich mich der Twilight Saga ergeben und mein Buch, dass ich zum Nikolaus (ja, heut ist nicht mal der 1. Dezember, aber ich hab es mir soooo sehr gewünscht) bekommen habe, weiter lesen. Es ist fast schon ein bißchen peinlich, dass ich einer Teenager Lovestory so erlegen bin, aber entweder es ist Vampircharme ODER ich bin einfach noch wirklich jung ;-)
Wie auch immer - auf zu Edward und seinem Volvo!