Seit sie da ist, war sie perfekt. Ich meine, wirklich perfekt.
Mieke hat von Anfang an einfach viel Spaß gemacht: Sie hat gut getrunken, ziemlich schnell einen tollen 4-Stunden Rhythmus gehabt, wenig grundlos geweint, viel geschlafen (egal wo, egal wie, egal wann), hat viel Erlebtes immer eher mit Schlaf als Geschrei verarbeitet...und überhaupt. Wir können uns über das erste Jahr
wirklich nicht beklagen.
Können wir jetzt eigentlich auch nicht. Mit ihren 19 Monaten spricht sie verhältnismäßig viel und gut und zusammenhängend. Kommunizieren mit ihr macht auf dieser Ebene richtig Spaß und ist eine absolut tolle Erfahrung.
Aber plötzlich macht sie nachts Sachen, die sie so noch nie gemacht hat. Sie lässt sich hinlegen, nach wie vor problemlos, wacht aber nach 2 Stunden wieder auf und weint dann herzzerreißend und bitterlich. Geht man dann ins Zimmer stellt man fest, dass sie eigentlich schläft und die Augen kaum auf hat. Also vielleicht schlechte Träume? Dazu schluchzt sie aber meist noch "Aua" und lässt sich gar nicht beruhigen. Wenn ich singe oder mit ihr spreche wird sie irgendwann wacher, weint aber genauso weiter und will dann auf den Arm ("Mama...Aaaaahhhm"). Also trösten auf dem Arm. Ins Bettchen will sie dann nicht mehr.
Die letzten Tage haben natürlich eine kleine Ausnahme dargestellt. Wenn Mieke richtig krank ist, darf sie auch bei Mama und Papa schlafen. Da reicht schon ein kurzes "Shhh" und die Nacht kann für alle ruhig weitergehen. Vorgestern, wieder halbswegs gesund, hab ich sie nach dem Schreiszenario mit ins Bett genommen, aber da war an Schlaf nicht wirklich zu denken. Auch das "Aua, aua" ist dann wie weggeblasen. Ergo: alle 3 haben schlecht geschlafen.
Gestern also dann der ultimative Versuch. Nach der Arm-Tröstezeit hab ich sie wieder ins Bett gelegt. Großer Protest. Leises Summen am Bettchen hat sie beruhigt, aber damit Mama auch ja nicht geht, hat sie sich etwas echt Cleveres einfallen lassen: Mieke hat sich aufrecht ins Bett gesetzt und ist dabei eingeschlafen. Aber eben nur leicht. Immer wenn ich den Raum verlassen wollte, ist sie wieder aufgeschreckt. Wenn sie allerdings fester eingeschlafen und deshalb umgekippt wäre, ist sie davon aufgewacht.
Ende vom Lied: Kleines Schreikonzert. Aushaltbar.
Die Nacht war aber ähnlich unruhig, 3 mal wach haben wir gezählt. Und heut morgen auch ein Erwachen mit bitterlichem Weinen...
Ich bilde mir natürlich gleich immer ein, dass sie aufwacht und noch beleidigt ist, weil wir sie nicht mit ins Bett genommen haben oder sofort ins Zimmer gestürmt sind. Andererseits haben wir das noch nie gemacht.
Auf jeden Fall bin ich jetzt echt verunsichert.
Einerseits habe ich Angst, dass sie wirklich irgendwelche Schmerzen hat und ich es abtue. Worst case scenario. Dagegen spricht, dass sie im Elternbett keinen Mucks mehr macht. Soviel Berechnung traue ich ihr allerdings gar nicht zu. Mhhhh.
Andererseits könnte es auch sein, dass sie mit zunehmenden Alter immer sensibler für äußerliche Einflüsse ist. Vielleicht vermisst sie Papi mehr oder hat Angst, dass er morgen früh nicht da ist. Oder unsere Tagesabläufe sind nicht geregelt genug? Herrje, ich wollte nie so Hardcore strukturiert sein und alles auf die Minute genau planen müssen...
Es ist echt schwer, hier einen Lösungsansatz zu finden.
Wir sind uns erstmal nur einig, dass drei im Bett einer zu viel ist. Elternbett ist für die
Eltern. Wir schlafen alle so schlecht beieinander, das geht wirklich nur in Ausnahmezuständen.
Was den Rest angeht werde ich mir noch ein bißchen den Kopf zerbrechen, wann die unruhigen Nächte begonnen haben.
Die Ratgeber versagen hier. Gibt es für Babys tausend Rezepte zum Schlafen heißt es bei Kleinkindern immer nur: seelische Ursachen. Ziemlich breit gefächert.
Und bei euch? Tipps? Erklärungsversuche? Erfahrungen?