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17. März 2013

Ehe.



Über die Ehe lernt man nicht aus.

Es ist ein Weg, der so voller Hochs und Tiefs ist, dass mir manchmal ganz schwindelig wird.
Das Paradoxum einerseits sicherer Hafen zu sein und sich des anderen doch nie zu sicher sein zu dürfen.
Gegenseitiger Respekt.
Achtung für die Arbeit und den Stress des anderen.
Verständnis.
Emotionale Verbundenheit.
Einander Raum lassen.
Sich zurücknehmen zu können.
Die Stop-Taste zu finden, wenn das Leben sich zu schnell dreht.
Nie zu vergessen ehrlich aneinander zu arbeiten.
Kompromisse einzugehen ohne sich selbst zu verlieren.
Sich miteinander und wegeneinander gut - besser- zu fühlen.

Es gibt Zeiten, da ist das alles so schwer! Und dann sind sie wieder da, die Zeiten, an denen genau das plötzlich leicht wird.

Der Weg ist das Ziel. Lass uns diesen Weg zusammen gehen und so gangbar wie nur möglich machen.

1. April 2012

Erziehung, mit drei.

Das Leben mit Kindern ist so Vieles: zeitaufwändig, nervenraubend, anstrengend, stressig und vor allem wunderschön.

Die letzten drei Jahre mit Mieke an meiner Seite haben Facetten meiner Persönlichkeit zum Vorschein gebracht, die ich vorher nicht kannte, meine Nerven beinah reißen lassen, den Körper unter chronischen Schlafmangel gesetzt, der Psyche unbekannte Sorgen verschafft und mich Dinge lernen lassen, von denen ich nicht wusste, dass es sie überhaupt gibt. Dieses kleine Wesen kann innerhalb weniger Minuten alle Gefühle der Welt in mir auslösen und mich fordern, wie kein anderer Mensch.
Und doch würde ich all das immer wieder auf mich nehmen, nur um diese Liebe erfahren und spüren zu können. Diese bedingungslose, reine Liebe. Alle Selbstzweifel und Sorgen nehme ich in Kauf, nur für diesen Moment vor gut 3 Jahren - damals im Krankenhaus. Dieser Moment, wo das kleine, rosige, verschmierte Baby auf meinen Bauch gelegt wurde und durch mich diese Welt entdecken durfte. Dieser Moment, der unser ganzes Leben veränderte und es dabei so viel schöner machte.

Ich bin stolz und freue mich, sie mit jedem Schritt auf ihrem Weg begleiten zu dürfen. Aber die letzten 3 Jahre waren nicht immer schön, sie waren und sind oft auch einfach nur anstrengend.

Das erste Lebensjahr mit all seinen Herausforderungen: Stillen, abstillen, laufen lernen, durchwachte Nächte, die ersten Kinderkrankheiten und das Einfinden in die neue Rolle als Eltern.

Das zweite Lebensjahr mit dem Jonglieren zwischen Kind und Karriere - Mieke und Job. Dazu eine Trotzphase par excellence mit allem, was dazu gehört: Schreianfälle, öffentliche Auftritte, Wutausbrüche, Tränenbäche... Nicht immer konnte (und kann!) ich da so gelassen sein, wie ich es gern wäre. Auch wir als Eltern sind nicht jeden Tag gleich und haben mit den eigenen Befindlichkeiten zu kämpfen. Kommt dann auch noch ein permanent trotzendes Kind dazu wird es schwierig und manchmal auch einfach nur laut. Was ich gelernt habe ist, dass es Mieke absolut zerfrisst, wenn ihre Eltern richtig böse und wütend mit ihr sind. Dann kriegt der kleine Körper sich kaum ein vor Kummer und alles schüttelt sich. Meist hilft es in solchen Momenten, sie aus der Situation zu nehmen, sie auf den Schoß zu setzen und zu warten, bis sie kognitiv wieder erreichbar ist... Schwer wird es, wenn sie in dem Anfall jegliche Contenance verliert und den Körperkontakt nicht duldet. Denn obwohl sie Nähe nicht will, erträgt sie dann Distanz auch sehr schlecht...Da passieren Momente Revue, die für uns beide wirklich nicht schön waren.

Ziemlich genau um den dritten Geburtstag herum hatte ich erstmals das Gefühl, dass sie nun endlich im Leben und ihrem Umfeld angekommen ist - sie kann sich verständlich machen mit den meisten Schattierungen ihrer Gefühle und bekommt entsprechendes Feedback. Ein großartiger Zustand für alle. Sie scheint mittlerweile ganz genau zu wissen, was die einzelnen Gefühle bedeuten und kann sie richtig einordnen.
Meistens ist sie ein kleiner, lustiger Sonnenschein, der sich clever Zusammenhänge erschließt und ziemlich fixiert auf sein nähstes Umfeld ist. Mama, Papa, Oma, Opa...alle sind da sehr wichtige Wegbegleiter.
Und schwupps, steht die nächste Herausforderung in der Tür. Seit kurzem bleibt mir manchmal fast der Atem weg, wenn ich sie agieren sehe. Da kommt ab und an ein freches Mädchen durch, dass weder Grenze noch Benehmen kennt. Es zeigt sich bisher nur in kleinen Dingen, aber das macht sie nicht weniger schlimm bzw. beachtenswert. Die nächsten Monate werden demnach nicht minder anstrengend, denn wenn eines wirklich nicht geht, dann ist es schlechtes Benehmen. Freche Widerworte, der falsche Tonfall, ein bestimmendes Wesen...Plötzlich bekommt die eigene Kindheit und die dadurch geprägte Erziehung einen ganz neuen Anstrich. Wie oft habe ich gehört: "Sei nicht so frech" oder "Jetzt reden kurz Mama und Papa" oder auch "Nicht in diesem Tonfall". Und jetzt? Da schallt es wie ein Echo aus unseren Mündern.
Es ist eine schwierige, sehr subtile Form der Erziehung, die nach wie vor eins vehement einfordert: die magische Konsequenz.

Ich wünsche mir, dass Mieke irgendwann begreifen kann, dass diese Konsequenz zu ihrem Allerbesten ist. Wir geben uns die allergrößte Mühe, sie als demokratischen Menschen zu erziehen, der in weiten Teilen mitbestimmen darf und soll. Sie wird gehört - aber dazu muss sie eben auch auf uns hören. 

20. November 2011

Kühlkompresse


Hobbies könnten so schön sein.
Heute, beim Versuch erstmals im Leben Blätterteig herzustellen. Dauert wirklich lange, ist nicht wirklich leicht, dafür superlecker. In Kombination mit diesem Rezept hier für kleine, süße Apfelkekse aber unbedingt die Mühe wert...
Blöd nur, wenn man den Zeitpunkt zwischen "fertig" und "verbrannt" um eine Kind-Anzieh-Länge verpasst. Dann ist nämlich die 2stündige Mühe völlig dahin und man kann alles getrost samt Backpapier in den Müll schmeißen.
Und wenn man sich dann noch umbändig darüber ärgert, dass man a) möglichst viele der kostbaren Kleinteile in den Ofen geschoben hat und b) Niemandem so recht die Schuld dran geben kann (nicht, dass ich nicht geflucht und geschimpft und es versucht hätte abzuwälzen!), dann bleibt nur diese unbeschreibliche Wut im Bauch. Wut funkt zwischen Hirn und so kommt eins zum anderen: Schwupps, letztes Backblech mit (immerhin!) 8 Plätzchen einfach mal ohne Topflappen versucht in den Ofen zu schieben. Die Blasen an meinen Fingern zeugen von wenig Erfolg. Dafür tat das kalte Novemberwetter auf dem Markt beim anglühen ausnahmsweise mal wirklich gut.

Wer sich davon nicht abschrecken lassen will: Die Plätzchen sind alle Mühe und Zeit wert! Absolut. Zauberwort: Der Teig muss kalt (wirklich kalt!) sein. Bei jedem Schritt. Glücklich jeder, der einen Balkon neben der Küche hat. Oder einen ganz, ganz großen Kühlschrank. Alles andere ist deprimierend.

18. November 2011

Zusammenfassung.

Eine Woche Urlaub ist so lang! Hier die Zusammenfassung (ja, man schafft natürlich bei weitem nicht so viel, wie man vorher dachte...):


  • Mein großes Projekt "Adventskalender für Mieke nähen" wurde immerhin angefangen. Die Holzsterne, -herzen,-bäume wurden mit Zahlen bestempelt. Stoffe sind gekauft. 5 Spitztüten sind schon (erst???) genäht. Füllung ist besorgt. Eigentlich kein schlechter Schnitt.
  • Weihnachtsbaumdeko ist gen null fertig gestellt. Unser erster "drinnen" Baum soll ganz natürlich werden: Viel Holz, genähte Herzen und Sterne (Stoff ist da, immerhin), ein Prototyp "goldige Nuss mit Fimo-Figur gefüllt" wurde erstellt. Der Rest wird sich ja bis Weihnachten machen lassen ;-)
  • 3x Lauftraining absolviert. 3x 5km. Mit zeitlicher Steigerung. Läuft!
  • Mieke seit gestern krank. Plan völlig durcheinander!
  • Pferd seit gestern auch krank. Das Beste hoffen!
  • Einen halben Tag Heimurlaub pur mit Sauna, einem guten Buch UND einer Schulter-Nacken-Massage. Das Leben könnte schlimmer sein.
Tja, ich wollte gern so Vieles geschafft haben, aber die Tage rinnen einfach dahin, dass es manchmal schon gruselig ist. Egal, anstatt mich zu ärgern was noch gemacht hätte werden können freue ich mich über die entstressten Tage, den kleinen Fortschritt (da klopft wieder mein alter Freund die Ungeduld auf meine Schulter...) und die Möglichkeit ohne jonglieren der Arbeit einfach mal das Goldstückkind daheim zu lassen zum ausfieber, aushusten. auskuscheln. 

Es hätte schlimmer sein können, das ist klar!

3. Oktober 2011

Bei uns, letztens.

Meistens, wenn es hier mal ganz ruhig wird, haben wir zu viel Stress um abends mit Muse Bilder für den Blog zusammen zu stellen.
Manchmal ist aber auch die Kamera in der Reparatur. Oder es fehlt einfach die Lust.

Dieses Mal lag es an den schönen Stunden, die wir in den letzten Tagen miteinander hatten. Auch wenn Mieke etwas kränkelt, so war die Zeit doch gut genutzt.
Wir beide leben zusammen genommen schon über 50 Jahre im Harz und waren doch noch nie mit der Harzer Schmalspurbahn auf dem Brocken. Wie gut, dass es Kinder gibt. Plötzlich ist es egal, dass sich Touristenmassen dort tummeln und wir einen halben Wocheneinkauf für Tickets ausgeben - Hauptsache die Kinderaugen glänzen!




Mal sehen was uns in den nächsten Jahren so erwartet: Ob C. nochmal zum aktiven Springsport zurück kehrt? Wann wird Mieke ihr erstes Turnier in der Führzügelklasse absolvieren? Wie oft werden wir noch  um 6 Uhr im Stall stehen um Pferde zu verladen?
Und wie oft werden wir noch dieses zufriedene Lächeln auf dem Gesicht unseres Kindes beobachten wenn ein Vormittag mit Pferd, Stroh und Stall so gut begonnen hat?!?




Ich weiß, man hört es so oft. Aber es ist wirklich so: Jedes Jahr mit Kindern wird schöner, reicher, besser. Sie öffnen die Augen für all die vergessenen Freuden. 
Wann habt ihr zum letzten Mal Kastanientiere gebastelt?
Wann war die Freude über eine frisch aufgeplatzte Kastanie so groß wie ein Tor des Lieblingsvereins?
Wann nimmt man sich sonst die Zeit tief durchzuatmen und den Blättern Tag für Tag beim Farbwechsel zuzusehen?
Wann durfte man seine Eltern schon mal mit Gelassenheit und einem gewissen Abstand beobachten?

Schön, dass es dich gibt!

18. September 2011

Die Sache mit der Konsequenz.

Es ist alles nicht so einfach.

Das ursprüngliche Problem: Die explodierenden Synapsen in ihrem Köpfchen. Sie merkt sich alles, aber wirklich alles. Da wird jedes Detail des Spaziergangs abends rekapituliert. Und dann die des Tages davor. Und davor. Und davor.

Und mit dieser Gedankenexplosion (oder liegt es vielleicht daran, dass sie jetzt alles auch so wunderbar artikulieren kann???) kommt die Schlaflosigkeit. Man würde ja eigentlich vermuten, dass bei all der Anstrengung im Kopf und im Körper die kleine Maus mittags und abends tot umfallen müsste. Aber davon keine Spur.
Trotz Regelmäßigkeit und Ritualen findet Mieke einfach nie in den Schlaf. Dann geht sie in ihr Bettchen und erzählt, erzählt, erzählt. Und spielt, spielt, spielt.Traumsand und Müdigkeit? Klingt wie Fabelwesen.
Dabei brauchen die Kleinen doch noch etwa 11-12 Stunden Schlaf pro Tag. Denn (und das ist nachgewiesen) bei einem konstant darunter liegenden Wert kann es Störungen im Hirn geben und Aufmerksamkeitsprobleme bis hin zu AD(H)S. Und - oh ja - da sind wir sehr alarmiert!

Aber was tun?

Die neue Strategie heißt: Bestimmerwechsel.
Bisher war ich ein großer Fan von einem Nebeneinander auf Augenhöhe. Jetzt glaube ich, dass dadurch teilweise eine Überforderung des kleinen Köpfchens statt findet. Nein, Mieke muss wirklich noch keine Tage durchstrukturieren. Und wenn Mama sagt, der Plan ist xy, dann bleibt es dabei. Kein verhandeln. Kein diskutieren. Ab und zu scheint sie diese klare Konsequenz einfach zu brauchen. Und im Nachhinein auch ganz froh zu sein, dass sie nicht ständig gefragt wird ob sie dies oder lieber jenes mag.
Versteht mich nicht falsch: Natürlich soll sie lernen mit zu bestimmen. Wohldosiert!

Und das Schlafproblem?
Abends gab es bisher immer klare Verabredungen, die stetig wiederholt wurden. Dabei haben wir immer versucht, es möglichst schön, gemütlich und partnerschaftlich ausklingen zu lassen. Und an manchen Stellen gar nicht bemerkt, wie sehr diese kleine Persönlichkeit ihre Grenzen auslotet.
Jetzt werden nach klaren Regeln ("noch eine Geschichte und ein Lied, das wars") trotz Protest alle Reizquellen (kein Licht, keine Musik) ausgeschaltet und, wenn es denn sein muss, auch zum letzten Mittel "Tür zu" gegriffen.
Als ich klein war mochte ich es sehr gerne wenn zum einschlafen noch ein Hörspiel oder eine leise CD im Hintergrund lief. Meist habe ich eh nicht mehr als die ersten 5 Minuten davon mitbekommen. Mieke hingegen hört aufmerksam bis zur letzten Minute zu und will dann "nochmal". Reizoffen nennt man so etwas wohl in der Psychologie.
Also: Reize weg, Zimmer dunkel, klare Regeln, fester Rhythmus.

Ich hätte nie gedacht, dass es so viele Facetten im "konsequent sein" gibt. Und so vieles, was man wirklich ausprobieren muss und ganz bewusst und aktiv auf sein Kind achten soll. Das Rezept gibt es nicht. Also versuchen wir unsere Variation zu finden.
Und dem kleinen Geist genug Raum und Ruhe für ein gesundes Wachstum zu geben.
Gesündere Ermährung. Weniger Zucker. Nicht mehr Fernsehen als 10 Minuten/Tag. Keine IPhone Apps. Nichts, wofür das kleine Hirn noch nicht gemacht ist. Es ist manchmal wahnsinnig schwer, sein Kind nicht zu überschätzen.
Ja, sie ist weit.
Ja, sie kann sich toll ausdrücken.
Ja, sie ist clever.

Aber sie ist und bleibt 2 1/2...

11. September 2011

Trotzdem.


Eigentlich wollte ich heute etwas 9/11mäßiges posten, als mir das Datum wieder einfiel. Was bei der hiesigen Berichterstattung ja nicht schwer war.

Und wegen eben jener bin ich dem Ganzen gerade über. Und doch: Gedanken gehen an die Hinterbliebenen all derer, die dieses Ereignis in den Tod gerissen hat. Ungeachtet der politischen Hintergründe und Umstände: Das, was an diesem Tag geschah, ist der pure Wahnsinn.

In stillem Gedenken.

7. August 2011

Frühstück.

Innerhalb des letzten Vierteljahres ist dieses Kind so schrecklich groß geworden:
Windelfrei (komplett!!!), "sch"-Laut (seit gestern), mit dem Messer das eigene Brötchen streichen, Ei abpellen, Tisch decken...

Beängstigend?
Schön!

Beängstigend schön.

6. August 2011

Das alte "Ich"

Bevor Mieke in unser Leben trat, hatte ich einige Hobbies, die seit ihrer Geburt doch sehr zurück gesteckt haben. Einige vermisse ich sehr, andere scheinen wirklich verschollen zu sein. 

Heute hat mich seit langem mal wieder die Lust zu backen gepackt. Früher hab ich immer, wenn ich gute oder eben auch extrem schlechte Laune hatte, gebacken. Ich mag den kurzfristig produktiven Effekt, den Backen hat. Etwas, das ich mit meinen Händen mache und nach 1-2 Stunden bereits das Ergebnis genießen kann. 

Früher hatte ich diese romantische Idee ständig mit meinem Kind zu backen und ihr all die kleinen Tipps und Kniffe zu zeigen. Gemeinsame Momente miteinander verbingen, die Liebe für gutes Essen transportieren, natürliche Zubereitung verselbstständlichen. Wozu "fix-Produkte", wenn es einfach auch ohne geht?

Es hat sich allerdings gezeigt, dass Mieke bisher nicht in dem Alter war um meine Vorstellung dieser Idee zu teilen. Zu gefährlich, motorisch noch lange nicht so fein geschult und zu ungeduldig...
Ich glaube aber fest daran - immernoch - dass die gemeinsame Zubereitung ganz wichtig ist und viel Spaß bringen kann. Wir versuchen es weiter, Schritt für Schritt, so wie alles.

Heute: Der Pflaumenkuchen (denn Mirabellen sind eine Pflaumenart...)

Und jetzt (trotz Gewitterluft) Sahne schlagen und: mhhhhhhhh!

31. Juli 2011

Ebbe und Flut.


Die Bilder hier sind jeweils im Abstand eines Jahres entstanden. Beim durchschauen ist mir aufgefallen, dass sich das Motiv so sehr ähnelt, nur die Größe des Kindes hat sich etwas geändert.

Ich liebe es mir die alten Bilder von Mieke anzusehen und ihre Entwicklung zu beobachten:
Sie liebt das Wasser, so sehr! Das wird mit jedem Jahr schöner und sie ist ganz furchtlos und unerschrocken, was Wellen, Fische und Quallen angeht.
Schaukeln war vor einem Jahr hingegen spannender. Jetzt scheint sie etwas Probleme mit dem Gleichgewicht zu haben und mag nur noch ganz ganz sanftes Geschaukel. Und trotzdem stand die kleine rote Schaukel auch diesen Sommer ganz hoch im Kurs ;-)

Wie Ebbe und Flut, ganz im Fluss, so verrinnt mit konstanter Stetigkeit auch die Zeit. Sandkorn für Sandkorn. 
Ma sehen, wie lange Mieke mit uns noch in den Urlaub fahren mag. Oder: wann sie es wieder mag.

29. Juni 2011

Die Suche nach dem Sinn.

Manche Momente im Leben sind großartig, weltbedeutend und umwerfend charmant. So sehr, dass man sich wünscht, er würde niemals enden. Sie können dich verändern oder einfach deine Erinnerung prägen, deine Empfindungen schärfen und für immer in die Geschichte deines Lebens eingehen.
Dein erster Kuss, das Aussuchen deiner Hochzeitsringe, deine Eltern nach einem Jahr Trennung in die Arme schließen, der erste Schritt deines Kindes,... es gibt so viele besondere Momente, die sich wie unsichtbare Tattoos in deine Seele brennen.

Andere Momente wiederum tun das auch - nur umgekehrt. Sie hinterlassen eine faden Beigeschmack, schmerzvolle Erkenntnisse oder erschüttern deine eigene, kleine Welt. Und damit auch deinen Frieden mit dir, den Vorstellungen oder den Werten, die dich bisher begleitet haben.
Die unsaubere Trennung von deinem Freund, die Freundin, die dein Vertrauen missbraucht hat oder die Erfahrung, dass Leben wirklich endlich ist.
Ein solcher Moment ist heute: Wenn zwei Menschen sich trennen, ist es für die beiden ein schlimmer Prozess, keine Frage. Aber auch für das Umfeld stellt sich plötzlich die Frage nach dem "Warum". Waren die beiden doch bisher immer deine Vorbilder und Inbegriff von Liebe, Ehe, Harmonie, Familie. Wann und wo ist das verloren gegangen? Und: Wer, wenn nicht sie?

An solchen Tagen geht auch etwas in mir verloren. Ein bißchen der Glaube an die heile Welt. Und dass man es, trotz Kind - Karriere - Selbstverwirklichung schaffen kann glücklich zu sein, zusammen.

Euch zwein alle Kraft der Welt, Respekt und Selbstachtung.

26. Juni 2011

Unbeschwert.

Da war er wieder, der Geschmack, Geruch, das Gefühl der eigenen Kindheit!
Erinnert ihr euch noch an den letzten Dezember? Dieses Wochenende waren wir wieder im grünen Herzen Deutschlands und haben einmal mehr die offene Tür und Gastfreundschaft der thüring`schen Verwandtschaft genossen.
Dieses Mal durfte Mieke bis halbelf(!!!) tanzen, die Blicke auf sich ziehen, den "Russen" zuhören und mit Tante "Heike" Bücher gucken.
Ernährungstechnische Bilanz:

  • gefühlte 89 Plätzchen (bzw. deren Deko!)
  • Gummibärchen
  • Kakao, etwa 0,5l
  • Himbeeren, ca. 10 Stück
  • Erbsen, 1 ("schmeckt nicht...")
  • Kirschen, viele.

Ein Stück heile Welt für genau 24h.

Ich will auch einen Himbeerstrauch!

25. Juni 2011

Sharing is caring.

Das hätte ich nicht besser schreiben können, Jenna!
Auf die Frage, warum man einen Blog führt - genau deshalb!

19. Juni 2011

Komplett.

Endlich wieder zu Dritt!

Wenn die Tage zwischen "hier" und "weg" so kurz sind, dass man kaum Zeit hat alle Neuigkeiten, Probleme, Sorgen, Freuden, Ängste,... auszutauschen, dann macht mir das in gewohnter Regelmäßigkeit Angst!
Wie schafft man es trotz der Entfernung sich nah zu bleiben? Die Distanz, rein psychisch, nie zu groß werden zu lassen? Wir brauchen meisten ein paar Tage um uns wieder richtig gut aneinander zu gewöhnen und uns in den Tages- und Gedankenablauf des Anderen einzufühlen. Manchmal gelingt es uns ganz fix, ein anderes Mal brauchen wir länger. Und trotzdem: Es gibt sie, die Momente, wo man gar nicht mehr richtig durchdringt was der Partner erzählt, weil es alles so weit weg zu sein scheint und die eigenen Belange so bedeutend erscheinen. Was macht man dann nur?

Als wir noch kein Kind und ich keinen festen Job hatte, war das alles nicht so problematisch. Wir waren aneinander interessiert und hatten oft die Gelegenheit gemeinsam unterwegs zu sein. Das hat sich mit Mieke natürlich geändert. Nur die Jobs, die sind geblieben. Und mit ihnen die Reiserei, die unregelmäßigen Dienstreisen undundund.
Was geblieben ist, ist der unbeschreibliche Respekt für die Arbeit des Anderen - egal ob es sich um die Organisation einer hochkarätige Veranstaltung mit mehreren hundert Leuten im Ausland handelt oder das Meistern des stressigen Alltags im Spannungsfeld zwischen Job, Kind, Haushalt. Dieses Jonglieren gelingt uns beiden mal gut, mal weniger gut, aber doch meist zufriedenstellend.

Und doch: Von Zeit zu Zeit gibt es das Unverständnis. Die innere Unzufriedenheit. Ein bißchen der Neid ("Du erlebst so viel." "Aber du hast so viel Zeit für unser Kind."). Da mag man manchmal nicht zuhören, wenn der Liebste von all den Highlights erzählt (Bauch sagt:"Manno!!!").

Wie macht ihr das? Ist euer Partner viel zu Hause? Könnt ihr euch Leben, Haushalt, Kinderbetreuung gut teilen? Und wenn nicht: Wie empfindet ihr das Ungleichgewicht? Habt ihr besondere Startegien um eineinander nah zu bleiben?

Wir versuchen

  • mindestens eine SMS am Tag zu schreiben. Meistens zum ins-Bett-gehen. Telefonieren klappt selten gut (ich abends müde, er abends im Vollstress).
  • einander Bilder/ Videos zu schicken (merke: Zeige, was dich gerade glücklich, traurig, wütend, erstaunt macht).
  • nette Kleinigkeiten füreinander bereit halten (sei es das "Drachenfutter" vom Flughafen, die InStyle aus dem Flughafen oder das lästige Hemden bügeln und zusammenlegen vor einem wichtigen Anlass)
  • wenigstens ein gemeinsames Hobby zu pflegen.
  • nie das Verständnis für die Situation des Anderen zu verlieren.
  • die eigenen Bedürfnisse auch mal hinten anzustellen.
  • die Hilfe unserer Eltern in Anspruch zu nehmen um (sehr sehr seeeeehr selten) etwas nur für uns als Paar zu machen.
  • uns immer wieder die Inschrift unserer Eheringe vor Augen zu halten ("for better and worse")
  • zu knutschen!


Was macht ihr so???


12. Juni 2011

Risiko.

Ich mag Pro- und Contralisten. Abwägen, ganz genau.
Kein unkalkuliertes Risiko eingehen, das hab ich von meinem Papa gelernt.

Aber was, wenn es DAS Haus geben würde? Eins, das uns von Anfang an so richtig gut gefallen hat. Eins, in dem Mieke den Garten schon haargenau unter die Lupe und für gut befunden hat? Eins, dass einfach sehr gut zu uns passen würde?

Dann bekommt Risikomanagement plötzlich eine neue Bedeutung. Momentan sind die Raten finanzierbar. Aber wir sind beide in einer Jobsituation, die Planungsunsicherheit mit sich bringt. Wann, wenn nicht jetzt?
Gänseblümchen zupfen? Würfeln? Münzen werfen?

Wir diskutieren hin und her und kommen doch immer wieder an den Anfangspunkt zurück.
To be continued...

6. Juni 2011

Kindertag.





Kindertag - Lustgartentag!
Jedes Jahr veranstaltet die Stadt ein riesiges Fest zu Ehren der Kleinsten, das von allen Kindergärten der Stadt gestaltet wird.
Am 01. Juni war es wieder soweit und seit langem war die Sonne mal zu Besuch. Umso voller war der Park und gefühlt war jedes Kind aus Wernigerode dort.
Mieke jedenfalls hatte großen Spaß mit all den Kiddies, ihrer besten Freundin Laura, Schokoeis, Steine sammeln und -endlich- wieder Tante Conny zu Besuch. Für mich hieß das: kindfrei. Und ich muss sagen: ab und an ein Kindermädchen, das hätte schon was ;-)
Ein neuer Meilenstein: Dank Onkel M. trinkt Mieke jetzt sogar Pritzelwasser, dieses mal als Apfelschorle getarnt. Hatte sie bisher jegliche Getränke mit Kohlensäure verweigert/ ausgespuckt, befand sie dieses mal: "Mh. Kitzelt auf der Zunge."

Mein liebstes Kind: Alles Gute zum Kindertag, deinem Tag! Ich staune so oft wieviel ich von dir lerne, wie sehr ich mich durch deine Augen sehen kann. Ich bin stolz, dass du in meinem Leben bist und könnte mir keine bessere Tochter wünschen. Ich liebe dich, jeden Tag, jede Minute, jeden Augenblick.
Auch wenn wir im Moment viele schwierige Dinge meistern müssen und du dich mit jeder Faser gegen mich auflehnst und deine Grenzen testest - du kannst dir sicher sein: meine Strenge kommt nur und wirklich nur, weil ich dich so sehr liebe.

Du bist mein und ich bin dein.
Wo du bist, will ich auch sein.
Was du siehst, will ich auch sehen.
Danke für jeden Kuss, der mich für die anstrengenden Tage belohnt. Danke für jeden schlaftrunkenen Moment, in dem du mich in deine Arme schließt.

Ich liebe dich, du besonderes, kleines Mädchen!

20. Mai 2011

Schwer.


Seitdem ich dich das erste Mal in meinem Arm gehalten habe, wusste ich, dass ich dich für immer in meinem Herzen tragen werde.
Der erste, müde Blick, den du mir zugezwinkert hast, hat meine Sicht verändert. Durch deine Augen sehe ich anders.
Das erste Mal, als ich deine Stimme gehört habe hat eine neue Farbe in meine gebracht.
Du hast mich verzaubert - Du bist mehr, als ich je sein werde.
Plötzlich sind da diese neuen Gedanken und Sorgen in mir. Dinge, über die ich nie tiefer nachgedacht habe. Situationen, von denen ich meinte es gäbe keine andere Perspektive.
Mit Miekes Geburt hat sich alles und nichts geändert. 
Ich bin immernoch ich: stur, fürsorglich, trotzig, leidenschaftlich, stolz. Noch immer liebe ich die kleinen und schönen Dinge im Leben: der Milchkaffee am Morgen, das perfekte Hummus-Falafel Pita um die Ecke, der gute Rotwein, die Hibiskusblüte in der Küche oder das gute Foto, das ich geschossen habe. Das bin ich und mit jedem Tag, den Mieke älter wird, gewinne ich ein Stückchen mehr Zeit zurück für alles, was ich so sehr ins Herz geschlossen habe.
Und doch hat sich alles geändert. Nicht nur meine Gefühle für dieses kleine Wesen, sondern auch die Sicht der Dinge.
War es mir früher wichtig meine Entscheidungen treffen zu können ohne dass sich jemand einmischt, denke ich plötzlich darüber nach, wie es wohl werden wird wenn mein kleines Mädchen größer wird. Ich weiß, ich kann nicht alles Böse und Unangenehme von ihr fernhalten. Auch diese Seiten gehören zum Leben und wir müssen versuchen unseren Weg zu finden. 
Hab ich mich früher bei Liebeskummer komplett vergraben weiß ich nicht ob ich das bei ihr ertragen könnte. Diesen Schmerz nachzuempfinden, ihn doppelt zu spüren mit all der Erfahrung die sich dazu gesellt.
Könnte ich sie loslassen, für eine Weile? Könnte ich ertragen sie nicht um mich zu haben? Wird sie bei mir bleiben oder sich eines Tages abwenden von mir?
Zu gut erinnere ich mich an all meine Beziehungen: romantische, kurze, lange, bedeutende, unbedeutende, liebevolle, stressige, bereichernde, aufreibende... Meine Mutter hat mir immer beigestanden in all diesen Jahren, hat mich gestützt wenn ich es braucht und bestärkt, wenn mir der Mut fehlte. Sie hat die Balance ganz großartig gefunden: Fels in der Brandung sein, anstatt als Flußbett den Wasserlauf zu bestimmen.
Ich will dir fliegen beibringen ohne die Flügel zu stutzen.
Ich wünsch dir Liebe ohne Leiden.

Ich werde immer für dich da sein. Auch, wenn du mich nicht siehst, nicht spürst. Dein ist mein ganzes Herz, ich liebe dich! Sei dir gewiss: Ich werde fernhalten von dir was ich fernhalten kann. Ich werde dich trösten, wenn du es brauchst. Ich werde deine Stütze sein, wenn du dich nicht halten kannst. Und mehr noch, ich werde in deinem Lachen sein. Jeden Tag werde ich von dir lernen, so wie du von mir lernst. Und eines Tages - wirst du besser sein als ich, eine multiplizierte Version deiner Eltern.

19. April 2011

Dienstreise.

20:08 Uhr  17.04.2011
Von: Mutti
"Hat mit Töpfchen geklappt und wir hatten einen schönen Tag am Vogelherd mit Eis essen und rutschen und klettern und schaukeln. Abends hat sie den Leberkäse vom Brot gegessen, das wars mit Abendbrot."

13:15 m 18.04.2011
Von: Mutti
"Situationsbericht: Ab 5.30 Uhr bei uns bis 7 geschlafen, Berg auf Töpfchen gemacht. 2 Stunden draußen mit Katzen gespielt, rote Käfer beobachtet, auf einer Mauer gelaufen und gesprungen. Schön Nudeln mit Käsesoße und Pudding gegessen und mit C. telefoniert. Liegt jetzt singend im Bettchen und ich hoffe, sie schläft bald, also alles roger. Hab auch du einen schönen Tag."

20:21 Uhr  18.04.2011
Von: Mutti
"So, Mausi im Bett. Hoffe, sie kann diesen schönen Tag gut ausklingen lassen. Hat 2 Stunden geschlafen, hat Seifenblasen gepustet und mit Opi gebaut, gemalt und Dreifahrrad gefahren. Abendbrot mit Butter vom  Brot lecken, etwas Nudeln mit Käsesoße und Apfel. Die Aussicht auf einen Film mit dem Maulwurf beflügelte sie, sich schon mal selbst einzucremen und alle Zahnteufel abzuputzen. Mal sehen, wann sie morgen ruft. C. hat den Wagen gebracht, hab einen schönen Abend. Wir haben dich lieb!"

13:55 Uhr  19.04.2011
Von: Mutti
"2. Situationsbericht: Ab 5.15Uhr bei uns bis 7.30 geschlafen, Müsli gegessen, dann auf ihren Wunsch zum Tierpark nach Westerhausen gefahren: großen Spielplatz gleich in Beschlag genommen, Karussell mit großem Jungen gefahren - er durfte sie drehen! "Dankeschön, Philipp" - der junge Mann war völlig verlegen von so viel Höflichkeit! Affen aus repsektvoller Distanz beobachtet, Meerschweinchen waren der Renner! Zu Hause den Sandkasten noch ohne Sand entdeckt und schon mal Probe sitzen und liegen gemacht. Kartoffelpuffer nicht ihr Ding, um 1 nach kleinem Kampf im Bettchen. Alles gut bis jetzt. Nur Berg machen muss noch abgearbeitet werden. Dicken Kuss."


So kann man ganz beruhigt und entspannt seine Dienstreise antreten und hat den Kopf frei für interkulturelle Sensibilisierung, Rollenspiele, Diskussionen, neue Menschen, interessante Kontake und viel Input.
Omi (Mutti) ist die Beste!