Es ist alles nicht so einfach.
Das ursprüngliche Problem: Die explodierenden Synapsen in ihrem Köpfchen. Sie merkt sich alles, aber wirklich alles. Da wird jedes Detail des Spaziergangs abends rekapituliert. Und dann die des Tages davor. Und davor. Und davor.
Und mit dieser Gedankenexplosion (oder liegt es vielleicht daran, dass sie jetzt alles auch so wunderbar artikulieren kann???) kommt die Schlaflosigkeit. Man würde ja eigentlich vermuten, dass bei all der Anstrengung im Kopf und im Körper die kleine Maus mittags und abends tot umfallen müsste. Aber davon keine Spur.
Trotz Regelmäßigkeit und Ritualen findet Mieke einfach nie in den Schlaf. Dann geht sie in ihr Bettchen und erzählt, erzählt, erzählt. Und spielt, spielt, spielt.Traumsand und Müdigkeit? Klingt wie Fabelwesen.
Dabei brauchen die Kleinen doch noch etwa 11-12 Stunden Schlaf pro Tag. Denn (und das ist nachgewiesen) bei einem konstant darunter liegenden Wert kann es Störungen im Hirn geben und Aufmerksamkeitsprobleme bis hin zu AD(H)S. Und - oh ja - da sind wir sehr alarmiert!
Aber was tun?
Die neue Strategie heißt: Bestimmerwechsel.
Bisher war ich ein großer Fan von einem Nebeneinander auf Augenhöhe. Jetzt glaube ich, dass dadurch teilweise eine Überforderung des kleinen Köpfchens statt findet. Nein, Mieke muss wirklich noch keine Tage durchstrukturieren. Und wenn Mama sagt, der Plan ist xy, dann bleibt es dabei. Kein verhandeln. Kein diskutieren. Ab und zu scheint sie diese klare Konsequenz einfach zu brauchen. Und im Nachhinein auch ganz froh zu sein, dass sie nicht ständig gefragt wird ob sie dies oder lieber jenes mag.
Versteht mich nicht falsch: Natürlich soll sie lernen mit zu bestimmen. Wohldosiert!
Und das Schlafproblem?
Abends gab es bisher immer klare Verabredungen, die stetig wiederholt wurden. Dabei haben wir immer versucht, es möglichst schön, gemütlich und partnerschaftlich ausklingen zu lassen. Und an manchen Stellen gar nicht bemerkt, wie sehr diese kleine Persönlichkeit ihre Grenzen auslotet.
Jetzt werden nach klaren Regeln ("noch eine Geschichte und ein Lied, das wars") trotz Protest alle Reizquellen (kein Licht, keine Musik) ausgeschaltet und, wenn es denn sein muss, auch zum letzten Mittel "Tür zu" gegriffen.
Als ich klein war mochte ich es sehr gerne wenn zum einschlafen noch ein Hörspiel oder eine leise CD im Hintergrund lief. Meist habe ich eh nicht mehr als die ersten 5 Minuten davon mitbekommen. Mieke hingegen hört aufmerksam bis zur letzten Minute zu und will dann "nochmal". Reizoffen nennt man so etwas wohl in der Psychologie.
Also: Reize weg, Zimmer dunkel, klare Regeln, fester Rhythmus.
Ich hätte nie gedacht, dass es so viele Facetten im "konsequent sein" gibt. Und so vieles, was man wirklich ausprobieren muss und ganz bewusst und aktiv auf sein Kind achten soll. Das Rezept gibt es nicht. Also versuchen wir unsere Variation zu finden.
Und dem kleinen Geist genug Raum und Ruhe für ein gesundes Wachstum zu geben.
Gesündere Ermährung. Weniger Zucker. Nicht mehr Fernsehen als 10 Minuten/Tag. Keine IPhone Apps. Nichts, wofür das kleine Hirn noch nicht gemacht ist. Es ist manchmal wahnsinnig schwer, sein Kind nicht zu überschätzen.
Ja, sie ist weit.
Ja, sie kann sich toll ausdrücken.
Ja, sie ist clever.
Aber sie ist und bleibt 2 1/2...