Ich bin krank.
Trotz Obst und Sauna hat mich eine Erkältung gepackt. Obwohl ich schon wieder aufrecht stehe, verlangt mir jede noch so kleine Arbeit ziemlich viel Anstrengung ab. Da hilft wohl nur: ab ins Bett und Ruhe gönnen. Fällt dem unruhigen Kopf nicht immer so leicht.
Andererseits bin ich so müde. Müde, jeden Tag dieses Kind zu erziehen, jeden Tag aufs Neue zu erfahren wie launisch, bestimmend und auch herrisch Mieke sein kann.
Mein Mann war als Kind ein Abbild unserer Tochter - ebenso stur und eigensinnig.
Manchmal fehlt mir die Stimme mit ihr zu streiten.
Ich will mein Kind liebevoll erziehen, ihr dennoch Grenzen zeigen und sie spüren lassen, woran sie ist bei mir. Das gelingt mir mal gut, mal gar nicht. Im Moment weiß ich nie wie der Tag beginnt, verläuft, endet. Von himmelhochjauchzend zu Tode betrübt. Das ist anstrengend und lässt mich in mich zusammensacken.
Meine Stimme in laut finde ich nur bedingt gut. Allerdings will ich die Konflikte auch nicht überspielen oder davon ablenken. Das ist nicht meine Art und würde es ja auch nicht lösen.
Aber was macht man wenn das eigene Kind sich nicht davon abbringen lässt der Bestimmer zu sein? Ich meine, ohne Streit? Sie kann sich einfach nicht unterordnen. Sie kann es, glaube ich, wirklich nicht. Es gibt nur Bestimmer mit Streit ("das ist mein Zimmer und hier bestimme ICH!") und subtiler Bestimmer ("Ja Mama, genau den grünen Becher wollte ich haben, das hast du genau richtig gemacht."). Dabei ist sie doch gerade mal 3...
Nach wie vor unbefriedigend ist die Schlafsituation, wohl für uns alle. Keine Abend, an dem sie vor 21:00 Uhr die Augen schließt. Mittagsschlaf ist, seitdem lange großer Kampfschauplatz, mittlerweile Geschichte. Umso mehr würde man vermuten, dass dieses agile, sprudelnde Kind abends umfallen würde. Nichts da. Sie kämpft gegen die Müdigkeit. Mit aller Macht.
Morgens ist es dann eine Herausforderung sie ohne Quängelei aus dem Bett zu kriegen (und ich spreche von 8:00 Uhr!).
An ganz wenigen Tagen allerdings, da ist sie mal nicht herrisch und frech, sondern zuckersüß, fürsorglich, zärtlich, lustig, lieb. Dann ist es da wieder, meine geliebte kleine Tochter!
Ich weiß, dass es nicht immer Friede, Freude und erst Recht nicht Eierkuchen sein kann. Es ist nur so...nervraubend. So erschöpfend. So furchteinflößend.
Treffe ich den richtigen Ton? Bin ich zu streng? Zu lasch? Kann man etwas am Charakter formen? Was, wenn sie im Innersten nun mal so ist? Wie kann ich ihre andere, angenehme Seite mehr fordern und fördern?
Ich. Bin. So. Müde!