28. November 2012

Müde.

Ich bin krank.

Trotz Obst und Sauna hat mich eine Erkältung gepackt. Obwohl ich schon wieder aufrecht stehe, verlangt mir jede noch so kleine Arbeit ziemlich viel Anstrengung ab. Da hilft wohl nur: ab ins Bett und Ruhe gönnen. Fällt dem unruhigen Kopf nicht immer so leicht.

Andererseits bin ich so müde. Müde, jeden Tag dieses Kind zu erziehen, jeden Tag aufs Neue zu erfahren wie launisch, bestimmend und auch herrisch Mieke sein kann.
Mein Mann war als Kind ein Abbild unserer Tochter - ebenso stur und eigensinnig.

Manchmal fehlt mir die Stimme mit ihr zu streiten.

Ich will mein Kind liebevoll erziehen, ihr dennoch Grenzen zeigen und sie spüren lassen, woran sie ist bei mir. Das gelingt mir mal gut, mal gar nicht. Im Moment weiß ich nie wie der Tag beginnt, verläuft, endet. Von himmelhochjauchzend zu Tode betrübt. Das ist anstrengend und lässt mich in mich zusammensacken.
Meine Stimme in laut finde ich nur bedingt gut. Allerdings will ich die Konflikte auch nicht überspielen oder davon ablenken. Das ist nicht meine Art und würde es ja auch nicht lösen.
Aber was macht man wenn das eigene Kind sich nicht davon abbringen lässt der Bestimmer zu sein? Ich meine, ohne Streit? Sie kann sich einfach nicht unterordnen. Sie kann es, glaube ich, wirklich nicht. Es gibt nur Bestimmer mit Streit ("das ist mein Zimmer und hier bestimme ICH!") und subtiler Bestimmer ("Ja Mama, genau den grünen Becher wollte ich haben, das hast du genau richtig gemacht."). Dabei ist sie doch gerade mal 3...

Nach wie vor unbefriedigend ist die Schlafsituation, wohl für uns alle. Keine Abend, an dem sie vor 21:00 Uhr die Augen schließt. Mittagsschlaf ist, seitdem lange großer Kampfschauplatz, mittlerweile Geschichte. Umso mehr würde man vermuten, dass dieses agile, sprudelnde Kind abends umfallen würde. Nichts da. Sie kämpft gegen die Müdigkeit. Mit aller Macht.
Morgens ist es dann eine Herausforderung sie ohne Quängelei aus dem Bett zu kriegen (und ich spreche von 8:00 Uhr!).

An ganz wenigen Tagen allerdings, da ist sie mal nicht herrisch und frech, sondern zuckersüß, fürsorglich, zärtlich, lustig, lieb. Dann ist es da wieder, meine geliebte kleine Tochter!
Ich weiß, dass es nicht immer Friede, Freude und erst Recht nicht Eierkuchen sein kann. Es ist nur so...nervraubend. So erschöpfend. So furchteinflößend.
Treffe ich den richtigen Ton? Bin ich zu streng? Zu lasch? Kann man etwas am Charakter formen? Was, wenn sie im Innersten nun mal so ist? Wie kann ich ihre andere, angenehme Seite mehr fordern und fördern?

Ich. Bin. So. Müde!

13. November 2012

Bei uns, letztens.

 
 
 
 
Es ist sehr ruhig hier geworden.
Manchmal liebe ich die Blog-Gemeinschaft und diese ganz eigene Welt, die so fern ab von dem Leben im Hier ist. Aber dann gibt es auch Zeiten, da brauche ich Abstand davon, muss mich selbst zwingen mehr den Tag zu genießen und etwas mehr offline sein, in vielerlei Hinsicht. Das gelingt mir nicht immer gut. Die letzten Wochen aber war ich wirklich zu sehr im Hier beschäftigt, als dass es mich an den Computer gezogen hätte, und erst recht nicht zur Kamera. 
Es gibt praktisch keine Bilder vom goldenen Herbst um uns, auch wenn wir jetzt den tollsten Blick der Stadt haben (behaupte ich jetzt einfach mal...). Die einzigen fotografischen Ergebnisse zeigen einen kurzen und kalten Herbstspaziergang, bei dem Mieke den ersten Schnee (SCHNEE!!!) kosten konnte.

Der Umzug ist mittlerweile abgeschlossen und wir lernen langsam dieses neue Haus mit all seinen Eigenarten nach unseren Vorstellungen zu formen und zu gestalten, damit wir es bald unser "zu Hause" nennen können. Der viele Platz ist ungewohnt, aber nicht unangenehm und auch die Umbauarbeiten sind in greifbarer Nähe abgeschlossen. Dann geht es an einige kleine Feinheiten und ans dekorieren...Dafür fehlt aber Lust und Geld, so oft. Ich habe mir natürlich trotzdem fest vorgenommen in einem der nächsten Posts Bilder der neuen Wohnung zusammen zu stellen.

Schön, dass ihr noch hier seid. Ihr habt mir gefehlt.

20. September 2012

Chaos.

Heute vor einem Monat gab es den letzten Post. Mein Laptop ist noch vergraben in Umzugskisten, ebenso wie der halbe Hausstand. ABER: Es ist vollbracht-endlich im neuen Haus!!!

Wenn all die Kisten entpackt sind, die Dusche fertig und der Baudreck beseitigt ist gibt es auch endlich Bilder vom neuen Heim.

Momentan fehlt es an allem: Zeit, Motivation, Nerven!
Durchhalten.

20. August 2012

Meterparty.

Endlich! Mieke ist einen ganzen, kompletten Meter groß, 100 Zentimeter Lebensfreude, Entdeckergeist und Spaß.
Wir hatten ihr eine "Meterparty" schon so lange versprochen und immer wieder gemessen, gemessen gemessen. Und jetzt ist sie es. Sie hat sich seit ihrer Geburt quasi verdoppelt. Und noch zwei Zentimeter draufgelegt...

Der Papa hat sich um eine Hüpfburg gekümmert und so wurde aus einem Reitplatz mit Zelt das perfekte Kinderbespaßungsgelände. Die Mäuse staunten über minikleine Katzenbabies, bekamen die Finger wahlweise nicht aus Gummibärchen oder Salzgebäck, spielten, entdeckten die natürliche Abschreckungskraft der Brennesseln und machten diesen Nachmittag so schön lebendig!

Die Großen saßen beim Feuer noch bis Mitten in die Nacht und freuten sich dann nicht nur am schönen Wetter.

Auch wenn man in der Urlaubssaison nie alle zusammen bekommt, so war das eine gelungene Feier, von der wir lange erzählen werden. Mieke war so aufgeregt und berichtet auch jetzt jedem ganz offiziell, dass sie nun schon 1 Meter groß ist und auch schon eine Meterparty hatte.

Solche Sommerfeste könnten wir jedes Jahr machen, wenns nach mir geht!



Die kleinen Katzenbabies hinter dem Zelt waren nicht organisiert, aber der Hingucker des Tages...








Eine einfache Idee, die erstaunlich viele Kinder in ihren Bann gezogen hat: Papierrolle von Ikea plus Stift (gibt es bei Ikea auch schon für unter 1 €), ausgerollt auf dem Boden... Los gehts!






Freunde, die Kinder schminken und singen können, sind bei uns immer herzlichst Willkommen!







Wer hätte gedacht, dass das hin- und hersortieren von Baumteilen eine interessante Beschäftigung ist? Danke, Natur.





Eine Hüpfburg. Für die Kleinen. Und die Großen, die sonst nie dürfen!


16. August 2012

Oben im Norden.

Seitdem ich 12 bin oder so, fahren meine Eltern in immer das selbe Ferienhaus an der dänischen Nordsee. Die Insel befindet sich gleich hinter der Grenze, nördlich von Sylt.
Manch einer sagt, das sei langweilig.
Ich für meinen Teil genieße nordisches Inselwetter (immer anders, meist nie ganz schlecht), Fahrrad fahren, Pferde, Schafe, das Wattenmeer, Krabben vom Hafen, Fährfahrten, baden bei Wellen, gute Bücher, entspannte Tage, Feuer im Kamin abends, Spaziergänge, Muscheln sammeln...

Der große Vorteil mit den Eltern im Urlaub zu sein ist die Flexibilität. Gerade im Sommer ist es für uns sehr schwer verbindlich zu dritt zu planen, zu oft kommt bei Christian etwas dazwischen. Darum fahre ich unabhängig von ihm und er kommt dazu, wenn es passt.
Dieses Jahr hatten wir volle 6 Tage miteinander, als Familie. Unschlagbar.
Definitiv nicht immer einfach, aber so schön.

Papa steht nach wie vor ganz hoch im Kurs, sie liebt ihn ohne wenn und aber. Schließlich ist er es, der sie am Strand das Auto lenken lässt, mit ihr in die Wellen springt, das Eis bezahlt und Kleckerburgen baut. Doch, die beiden lieben sich, keine Frage!

Neben gemütlichen Tagen auf der Insel haben wir noch einen Tagesausflug zu den Reichen und weniger Schönen nach Sylt gemacht. Auch wenn einiges dort nicht so mein Ding ist - die Natur, die Wellen und die Strandkörbe - das hat schon was!
Auf der Rückfahrt haben wir einen Zwischenstopp in der Perle des Nordens eingelegt, Hamburg. Er hat mir Teile der Stadt gezeigt, die er in letzter Zeit kennen gelernt hat, wir sind mit dem Schiff durch den beeindruckenden Hafen geschippert und haben abends noch ein Astra auf der Reeperbahn getrunken.

Alles in allem waren es erholsame Tage, die ich vor dem großen Umzug und den vielen stressigen Kleinigkeiten hier echt gut gebrauchen konnte. Vom Stau (sowohl hin als auch zurück) mal abgesehen. Jetzt also mit voller Fahrt voraus.

Die Bilderflut ist das Ergebnis harten Aussortierens - es waren ursprünglich über 600 Bilder auf meiner Kamera. Die jetzt leider etwas Sand im Objektiv hat.



Das Bild auf der Schaukel ist inzwischen obligatorisch geworden. Dieses Jahr ging es höher, schneller, weiter!







So sieht es aus, wenn Kinder mit 3 Jahren keinen Mittagsschlaf machen wollen und dann, gegen 16:30, einfach umfallen. Sozusagen im Sprung. Mein Herz schmilzt!