13. September 2010

Kinderfrei.

Heute, beim Stadtspaziergang:
Eve:"Ich fahre bald für 2 Nächte weg, ganz allein, ohne Kind. Ganz schön lange, oder???"

Mh. Das ist schon eigenartig.
Natürlich ist der Alltag mit Baby (Kind, s.o., ist 6 Monate) oder Kleinkind extrem fordernd und belastend und nervig und kräftezehrend. Aber auch schön, belohnend, bereichernd, lustig. Er raubt Kraft und füllt das Herz doch unendlich! Manchmal auch so sehr, dass man fast ein Stückchen vom Kind abbeissen möchte...
Da ist es dann, das Dilemma: Man stöhnt und ist müde und schlapp und überhaupt...PAUSE! Aber das Kind länger als einen halben Tag woanders wissen? Das ist auch wieder schwierig.
Noch heute geht der erste Griff am Morgen, wenn Mieke woanders schläft, zum Telefon. Wie war die Nacht? Seit wann ist sie wach? Geht es ihr gut??? Dann vermisse ich sie so sehr, obwohl ich ein bißchen Spontanität mit dem Mann oder Zeit für mich natürlich auch genieße. Ein komisches Spannungsfeld, in dem man sich da befindet.

Aber gleich von immerzu, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche auf 2 Tage ohne Mini? Da versteh ich schon, dass - bei aller Freude und Dankbarkeit für die Geste -  das Mutterherz blutet. Hat ja nichts mit Vertrauen zu der betreuenden Person zu tun, sonst würde man dieser das Kind ja gar nicht geben. Es ist eine innere Gefühlsschlacht, die man da kämpft!
Ich glaube, das kann auch nur eine Mama verstehen, denn sie ist es meist, die den kompromisslosen Vollzeitjob hat. Einer, der nicht nach 40 Wochenstunden vorbei ist. Der Papa geht oft nach den ersten Tagen, Wochen wieder zurück in seinen Job, hat da seinen Input, seine Bestätigung und Beschäftigung. Der ist also grundsätzlich schon eher an das getrennt-sein gewöhnt. Dem fällt es schwerer, das nachzuvollziehen und fühlt sich sicher in seiner Ehre als Dad gekränkt. "Warum traut sie mir das nicht zu?" Aber darum geht es nicht. Es ist eine ureigene Mama-Sache, denk ich.

Es ist komisch...So sehr wie ich mir mehr Qualitäts- und Alleinzeit mit meinem Mann oder der besten Freundin wünsche...Mieke wegzugeben ist und bleibt mit fadem Beigeschmack.

Manchmal gar nicht so einfach, den goldenen Mittelweg zu finden! Danke, dass es euch gibt, ihr lieben Väter, ihr tollen Großeltern, ihr lieben Freundinnen. Auch Mama sein und das Abwägen von Kopf-Herz will gelernt sein.

1 Kommentar:

  1. Danke fürs Aufschreiben, ich hätte es niemals so wiedergeben können!
    Schreiben war ja noch nie mein Ding! Dann wohl eher reden, wenn auch in manchen Augen "laut".

    Freu mich aufs Kino morgen!

    -drück dich-

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