Ich lernte sie kennen im Kindergarten. Sie war die Tochter meiner Erzieherin und eins von insgesamt 5 Kindern (zu der Zeit waren es korrekterweise noch gerade 4). Wir waren immer Freundinnen, egal was war. Ich war oft zu Besuch im Großfamiliengetümmel und sie war bei uns die Schwester, die ich nie hatte. Wir waren und sind Wasser und Sonne, Feuer und Eis - ein Herz und eine Seele.
Später gingen wir zwar auf verschiedene Schulen und wohnten nicht mehr im selben Ort - die Freundschaft aber ist geblieben. Dieses tiefe, verbundene Gefühl.
"Denn wenn man einen Freund hat, braucht man sich vor nichts zu fürchten", sagte der kleine Tiger zu dem Bär.
So viele Situationen und Erlebnisse, die wir gemeinsam geteilt haben. Urlaub, Parties, der erste Liebeskummer, Au Pair Jahre, unterschiedliche Studienorte, phasenweise kaum Kontakt. Und doch: Wenn wir uns sehen oder hören, dann ist es wieder da. Das warme Gefühl, dass da jemand ist, der dich kennt wie niemand in der Welt. Der schonungslos ehrlich ist und direkt. Jemand, dem du vertrauen kannst. Ohne wenn, ohne aber.
Auch heute haben wir nicht die Zeit füreinander, die wir gerne hätten. Viel zu oft knabbert der Alltag an unseren Nerven und Energiereserven, sodass am Ende des Tages nur noch ein leerer Akku da ist. Wochenlange Funkstille. Bis die Sehnsucht zu groß wird, da ist sie schließlich immer.
Umso schöner, wenn man dann wieder Tage miteinander teilen kann und ein Stück näher dran ist am Anderen. Das unsichtbare Band, dass wir in unseren Kindheitstagen geknüpft haben, wurde zwar oft bis zur Zerreißprobe gespannt, hat aber dennoch alles überlebt.
Die letzten beiden Tage waren Futter für die Seele. Nur wir drei Mädls. Mieke liebt sie, trotz der wenigen Treffen. Und sie liebt Mieke.
"Denn wenn man einen Freund hat, braucht man sich vor nichts zu fürchten", sagte der kleine Tiger zu dem Bär.


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