Heute - Dein Lieblingsbuch.
DAS ist schwierig. Ich glaube da gibt es drei Favoriten:
Nummer Eins ist mein "erwachsenes" Lieblingsbuch: "The Beach" von Alex Garland. Die meisten kennen ja sicherlich die Verfilmung mit Leonardo DiCaprio. Die war mäßig toll. Das Buch allerdings ist wahnsinnig gut und ich habe es geliebt. So sehr, dass ich manchmal nur besonders lustige Passagen gelesen habe, wenn es mir nicht so gut ging. Außerdem erinnert es mich ganz stark an mein Jahr in Australien, meinen damaligen Mitbewohner und die Band "Powderfinger", die ich zu der Zeit ständig gehört habe. Dieses Buch ist so voll mit Erinnerungen, dass ich es nie, nie aus den Händen geben würde.
Nummer Zwei ist die "Herr der Ringe Trilogie" von J.R.R. Tolkien.
Ein Ring sie zu knechten,
sie alle zu finden.
Ins Dunkel zu treiben
und ewig zu binden.
Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich diese Zeilen schreibe. Die Bücher habe ich verschlungen als ich 16 war und eine Verfilmung noch nicht zur Debatte stand. Bis dato waren sich die "Herr der Ringe" Fans einig, dass es nie eine geben wird, weil niemand sich hatte vorstellen können wie GROSSARTIG man diese Fantasy Saga umsetzen kann. Als ich davon erfuhr, war ich erst geschockt aus Angst, dass ein Film den Bücher niemals gerecht werden könne. Meine Fantasie schrie: "Ich will meine Bilder dazu behalten!!!"
Tja, und dann kam der Film in die Kinos und ich hätte heulen können (wenn ich recht nachdenke...ich glaub ich hab auch geheult). Peter Jackson hat es mit seiner Leidenschaft und Verrücktheit geschafft, die Bilder so umzusetzen, wie man sie selbst im Kopf hatte. Jedes Detail vom Auenland über die Ringgeister bis hin zu den Elben und Hobbits...alles war so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Einfach perfekt. Darum auch mein Lieblingsfilm.
Nummer Drei ist mein "jugendliches" Lieblingsbuch: "Du fehlst mir, du fehlst mir" von Peter Pohl. Hab ich im besten Teenageralter gelesen, so mit 14, schätzungsweise. Auf Amazon.de findet man folgende Inhaltsbeschreibung:
Auf dem schwedischen Rosenhof leben die beiden eineiigen Zwillingsschwestern Cilla und Tina. Als sie vor einigen Jahren hierher zogen, dachten sie, sie seien im Paradies gelandet. Doch wie es im Paradies so ist, liegt die Hölle gleich vor der Tür. Am Rosenhof vorbei führt die Straße des Todes und an einem wunderschönen Sommertag im Mai, es ist der Geburtstag ihrer Mutter, hat Cilla beim Überqueren dieser Straße den tödlichen Unfall.
So bleibt Tina als einzelner Zwilling zurück. Von ihrem Schmerz, ihrer Trauer erzählt das Buch des Schweden Peter Pohl. Er hat zusammen mit Kinna Gieth, die das Mädchen Tina in seinem Buch ist, die Erzählung Du fehlst mir, du fehlst mir! geschrieben. Er schrieb nach ihren Briefen, Tagebuchaufzeichnungen und Erzählungen. Es ist ein zutiefst ergreifender Bericht über die Trauer geworden und über den Versuch, mit der Traurigkeit zu leben. Das Buch berichtet aber auch darüber, wie verschieden die Zwillinge doch waren, obwohl sie dachten, einander ganz zu kennen. Nach dem Tod von Cilla wird deutlich, dass sie -- bei aller äußeren Ähnlichkeit -- ein völlig anderer Mensch als Tina war.
Seitenlang schreibt Tina in ihrem Tagebuch nur den einen Satz: "Du fehlst mir, du fehlst mir, du fehlst mir". Nie mehr wird sie mit ihrer Schwester gemeinsam über etwas Komisches lachen können, nie mehr miteinander eine ganze Nacht lang reden und nie mehr miteinander streiten, dass die Fetzen nur so fliegen, auch das -- nie mehr.
Peter Pohl beschreibt das Jahr nach dem Unfall und wie Tina in dieser Zeit an Reife und Tiefe gewinnt. "Wer sich nur oben auf der Oberfläche bewegt, hat kein volles Leben. Das ganze tiefe Meer enthält so viel mehr als die Oberfläche, wo die Wellen nur hin und her plätschern. In der Tiefe verbirgt sich all das Große -- wenn man es entdeckt, ist es wunderbar, aber für den, der sich nicht hinunterwagt, wirkt es nur abschreckend."
Er schreibt -- wie auch schon in seinen anderen Jugendbüchern -- über die Entwicklung eines jungen Menschen, über seine Bemühungen um Freundschaft und Anerkennung, um im Leben Fuß fassen zu können. Pohl schildert, wie Tina erwachsen wird und dabei eine Reife erlangt, die vielen Erwachsenen trotz ihres Alters fehlt. Es sind die großen Fragen, die Pohl in seinen Romanen aufgreift und auf seine eigene, sensible Art beantwortet. Ein gutes Buch, dem man viele Leser wünscht -- und zwar nicht nur Jugendliche.Selbst heute, mit 26, geht mir die Inhaltsangabe noch immer sehr nah. Bei der beschriebenen Doppelseite "Du fehlst mir" hab ich geheult wie ein kleines Kind. Was mir bei Büchern nicht allzu häufig passiert. Ich hab das Buch noch im Schrank stehen und freue mich, wenn meine Tochter irgendwann in dem Alter ist, wo sie es lesen kann. Ein ganz, ganz, ganz tolles Buch...
Stand Projekt "Jeden Tag eine gute Tat":
Wir waren gestern auf einem Mittelaltermarkt in Falkenstein. Trotz eisiger 8°C hat es uns richtig gut gefallen und wir haben eine kleine Händlerin beim Verkauf ihrer Waren unterstützt. Ein lang-lockiges, schwarzes Schafsfell mehr für unser Wohnzimmer.