26. Januar 2010

Mieke kann..

.."Mama" sagen!

.."ccccchicht" sagen. Vermutlich eine Abwandlung von Licht.

..ganz fasziniert beim Enten füttern zusehen.

..ohne Hilfe sitzen.

..Brötchen essen. Und Bockwurst ohne Pelle. Und Teewurst. Und Leberwurst. Und Mango. Und Gurke. Und am allerallerallerliebsten ANANAS!

..richtig gut gnatzig sein.

...vorwärts robben wie eine behinderte Raupe (sagt die Oma) - eben mit einem Arm. Erstaunlich, wie jedes Kind seinen eigenen Stil findet.

..wachsen wie Unkraut ;-)

..Musik machen mit den unterschiedichsten Gegenständen: Holzklötzen, Flaschen, Mini-Knorr-Vie-Flaschen (wenn man da reinpustet, gibt es lustige Geräusche).

..Blechbrummkreisel anstarren.

..Mutti in den Konsumwahn treiben ;-)

..kitzelig sein.

..skeptisch sein!!!

..beim baden mit Papa (wichtig) "angeln".

..Kisten umschmeißen und ausräumen. Gilt auch für Papierkörbe.

..sich die Mütze vom Kopf ziehen.

..morgens ganz geduldig im Bettchen spielen.

..nicht ohne Tuch einschlafen. Und überhaupt: ohne Tuch ist ganz, ganz schwierig.

..12 bis 13 Stunden am Stück schlafen. Danke!

..ihre Eltern immer wieder auf´s Neue begeistern.

Schön, dass du bei uns bist, liebste Mieke.

Nachtrag: Heute gab es zum ersten Mal, mit großer Begeisterung, Kiwi. Und Mango essen funktioniert auch viel besser ;-)

Zweiter Nachtrag: ...den 5. Zahn bekommen. Ganz unerwartet unten rechts anstatt oben!

22. Januar 2010

Award winning?!?


Ich weiß zwar nicht genau wofür, aber ich habe in der virtuellen Bloggerwelt meinen ersten Award bekommen. Und auch wenn sich mir der Sinn noch nicht ganz genau erschließt, bin ich natürlich stolz und erledige hiermit meine Anforderungen an eben solchen:

Zuerst den "Verleiher" verlinken: Danke, meine liebe Eve!
Und dann 10 Dinge aufzählen, die mich glücklich machen...

1. Ein gutes Frühstück. Nicht erst seitdem ich regelmäßig mit meinen Freundinnen frühstücke, sondern schon immer. Ich habe seit ich mich erinnern kann eher ein gutes Frühstück genossen als Mittag zu essen. Eben einen guten Start in den Tag haben...

2. Gesundheit. Klingt immer wieder so trivial, aber ist doch so essentiell. Mein Kind, mein Mann, meine Freunde, meine Familie - es gibt nichts schöneres als deren Gesundheit!

3. Yoga.

4. Pakete.

5. Glucksendes Kinderlachen, wenn ich meine Tochter auskitzle oder wir einfach zusammen lachen können.

6. Generell miteinander lachen können!

7. Gut schlafen zu können

8. Gute Gespräche. Ob flach oder tiefsinnig spielt dabei nicht immer die ausschlaggebende Rolle.

9. Zu wissen, dass mein Opa uns genau beobachtet von da oben.

10. Die rasanten Entwicklungsfortschritte meiner Tochter.

Ich muss 11. hinzufügen: Die Liebe meines Mannes und dessen unerschöpfliche Geduld, Ruhe, Unterstützung und der Glauben an mich.

12. Januar 2010

Kleinstadtgedanken

Ich kann mich noch genau daran erinnern, als ich mich in meinen Mann verliebt habe!

Eine gründlich gescheiterte Beziehung und ein (deshalb) extrem alkohollastiger Sommer lagen hinter mir. Mein Mann war vergeben und ich dachte mir nur: "Was will DER denn jetzt von mir". Aber gekämpft hat er, wie ein Löwe. Mit Blumen, Briefen, SMS, Besuchen- ich war seine Prinzessin, seine Zukunft. Und er mein Schicksal.

Dieses Schicksal hat mich nach meinem Studium wieder zurück in meine alte Heimat, den Harz, gebracht. Da mein Mann hier seine Firma leitet, war mehr oder weniger klar, dass wir vorerst hier wohnen werden (er behauptet gerne, dass er schon fest damit gerechnet hat wegen mir von hier weg zu ziehen....aber das war bisher nie eine ernsthafte Option).
Als diese Entscheidung anstand, habe ich mich doch sehr schwer getan. Herrje, ich hatte doch so große Pläne! In meiner Vorstellung war ich erfolgreich bei einer großen Organisation wie der GTZ, der Welthungerhilfe oder dem Auswärtigen Amt beschäftigt. Die Welt retten eben. Natürlich wollte ich auch mit 25 mein erstes Kind haben, aber hey, das haben ja schon ganz andere unter einen Hut gebracht! Ich fand: die Welt ist groß und das ist gerade groß genug für mich!

Und dann...Wernigerode???Beschauliche Kleinstadt im Harz, ja. Touristenmagnet für Ü60, ja. Meine Eltern in der Gegend, ja. Aber ICH hier? Wie sollte das denn zusammen gehen? Was sollte aus mir, meinen Ideen, meinen Freunden werden? Was sollte hier schon groß auf mich warten (meinen Mann ausgenommen)???

Und heute, 2 Jahre später, empfinde ich die Entscheidung für die Kleinstadt im Harz als Glück. Ich habe mein erstes Kind (noch mit 25!) und meine Familie um mich herum. Und noch dazu eine großartige! Nicht nur meine fantastischen Eltern, auch meine perfekten Schwiegereltern sind hier. Und die Sorge um meine Freunde? Die legt sich auch, Stück für Stück. Anfangs dachte ich mir: Pff, du kommst aus der Gegend, du kennst schon alle, wen soll es hier noch geben, mit dem du dich richtig gut verstehst. Freunde wie in der Schulzeit oder dem Studium wirst du hier nie finden.
Das kann man so nicht sagen. Natürlich, an eine 22jährige Freundschaft kommt nicht so schnell etwas heran und auch die Freunde aus Passau hatten eine eigene Qualität. Das gemeinsame Lernen, die Unabhängigkeit, die Schwierigkeiten, die Parties- all das verbindet und prägt, gerade in dieser Phase. Doch auch hier habe ich mittlerweile neue, alte Leute entdeckt und wieder gefunden,solche, die mir nahe stehen und in deren Gegenwart ich mich wohl fühle, die mich bestätigen und mir helfen.
Wie schön, wenn man das Gefühl hat, dass man nur zum Hörer greifen muss. Ich glaube dann ist die Grenze von Bekanntschaft zu Freundschaft langsam überschritten.
Falls ihr es lest, I., L.,C., A. ...DANKE. Ihr macht mein Leben hier besser.

Und was die große, weite Welt betrifft: Ich bin mir sicher, dass ich auch im Kleinen die Welt retten kann. Warum nicht in Wernigerode anfangen ;-)

10. Januar 2010

Allein, allein...

...allein, allein.

Jetzt sitz ich hier, mein Glas Rotwein (ein nicht wirklich toller, das sollte auch erwähnt werden) ist geleert, die Waschmaschine schleudert vor sich hin, meine Lieblingsdecke kuschelt mich ein und mein vorbildliches Kind schläft den Schlaf der Gerechten.

Meinen obligatorischen Krimi (heute: "Das Leben des David Gale") hab ich geschaut, die Bügelwäsche türmt sich und die Spülmaschine würde gern entleert werden. Aber irgendwie hab ich dafür gerade keinen Nerv.

Ich habe großen Respekt vor allein erziehenden Müttern und noch mehr vor solchen, die wirklich auf sich allein gestellt sind und auch keine Familie in der Nähe haben. Was wäre ich nur ohne die Omas und Opas??? Mein Mann ist, so als Start ins neue Jahr, bis Donnerstag in Österreich und Valencia. Warum soll ich denn dann heute seine Hemden bügeln? Es merkt ja eh keiner...
Allein zu sein - das fand ich früher gar nicht so schlecht. Meinen Gedanken nachhängen, für mich Städte erkunden, stundenlang shoppen nach meinen eigenen Bedürfnissen, nicht gestört werden. Und jetzt? Beschleicht mich immer öfter ein unwohles Gefühl bin ich allein.
Natürlich, mein Kind ist da! Aber das ist nicht dasselbe. Mir fehlt der ruhige Alltag, die Nähe, die Vertrautheit, der Austausch. Was vermisse ich unsere Gespräche, das Lachen und abends zusammen kochen und baden. Das muss es sein, warum ich mich so unwohl fühle- meine zweite Hälfte fehlt mir. Ich versuche meine Tage zu nutzen, so lang ich noch frei darüber verfügen kann, ganz ohne berufliche Verpflichtungen. Momentan muss ich mich "nur" nach meiner Tochter richten.
Ich finde, heute ist der richtige Tag gekommen, um sie euch mal richtig vorzustellen. Ihr Name ist Mieke und sie wird Freitag schon 10 Monate. Ein (verhältnismäßig) richtig großes Mädchen!
Jeder sagt immer wie schnell die Zeit doch vergeht! Warum schleicht sie wenn man auf etwas, auf jemanden wartet und andersrum rennt sie davon, wenn man sie anhalten wollen würde... Und was für ein komisches Gefühl beides auf einmal zu wollen: Einerseits wünschte ich mein Mann wäre wieder hier. Andererseits ist das Tempo was Mieke an den Tag legt wie ein Turbogang. In 4 Wochen verändert sich bei ihr so viel. Sie lernt jeden Tag etwas Neues, wie faszinierend ihr dabei zusehen zu dürfen. Heute hat sie ganz intensiv ihre Haarbürste begutachtet. Jede einzelne flauschige Borste wollte sie begreifen, anfassen und am liebsten mit dem Mund betasten. Ob die Härchen wirklich so kitzeln wie sie aussehen??? Es war ein richtiges Schauspiel: Sie hat bestimmt 10 Minuten wie angewurzelt die Bürste von der linken in die rechte Hand gegeben, sie dabei ganz neugierig angeschaut, dann mit den Fingern die Borsten runtergedrückt, sie in den Mund genommen, wieder in die andere Hand und mit offenem Mund gestaunt. Was da in dem kleinen Köpfchen wohl vorgehen mag?
Mittlerweile hat sie auch schon 4 Zähne (mit den nächsten beiden im Anmarsch) und testet mehrmals täglich mit ihren Fingern wie sich das mit Zähnchen so anfühlt. Und was man damit alles machen und essen kann: Papa in die Nase beißen, sich selbst auf die Zunge beißen, die Zahnbürste macht da ganz andere Geräusche als auf der Zunge, Mandarine kann man essen, Brötchen sogar mit Kruste und auch zerdrücktes Gemüse geht schon, feines Püree ist was für Babies!!! So wertvoll, die Zeit.
Wie das nur werden wird wenn sie täglich für mehrere Stunden in der Krippe sein wird. Was werde ich dann alles verpassen? Natürlich weiß ich, dass sie dort gut betreut wird und sie da mehr Lieder singen und Reime abzählen als ich sie mir jemals anlesen könnte. Nicht zu vergessen all die andern Kinder, die Erfahrung "Ich bin hier nicht allein, ich kann mit anderen in Kontakt treten und muss auch Rücksicht üben". Ja, das will ich für sie. Ein kleiner Wehmutstropfen bleibt. Wie schnell dieses erste Jahr dann doch ins Land zieht, wie schnell kleine Kinder lernen, wie geschickt sie werden und wie aufmerksam sie ihr gesamtes Umfeld in sich aufsaugen.
Wie schade, dass man sich an seine eigene Frühkindheit nicht mehr erinnern kann. Wie muss das gewesen sein plötzlich völlig neue Gesichter zu sehen, die ersten eigenen Erfahrungen zu sammeln: "Das ist hell, das schmeckt gut, das ist warm, das hier heiß. Das gefällt mir, das hier gar nicht. Und: wo ist eigentlich MAMA???"
Seit einiger Zeit brabbelt Mieke so wunderbar vor sich hin, in ihrer kleinen Welt, das berühmte Mamamamamama und BababapapapapaPAPA ist dabei und natürlich 100 000 Dinge, die ich gern hinein interpretiere. Aber schon bald wird sie richtig anfangen. Und fordernder sein können, weil sie ihre Welt bezeichnen kann. Ach ich kann es gar nicht erwarten in diese Art der Kommunikation mit ihr zu treten.

Jeder Tag hat seinen eigenen Charme, seitdem sie in unser Leben getreten ist. Wie schön all das teilen zu können. Und wie schmerzhaft in solchen Momenten allein zu sein. Aber es sind ja nur noch 4 Tage...

8. Januar 2010

Wie im Flug!

Die Zeit ist so schnell vergangen und schon ist es da, das neue Jahr. Und beginnt gleich mit unglaublichen Schneemassen!
Tief Daisy soll heute alles auf den Kopf stellen, da bin ich mal gespannt. Mit etwas Glück sorgt Daisy auch dafür, dass mein Mann morgen nicht wegfliegen kann ;-)

Unser liebes Kind versucht sehr ehrgeizig Krabbelfortschritte zu machen und wird seit neustem ganz ärgerlich, wenn ihr das nicht glückt. Das kenn ich gar nicht von ihr. Außerdem hat sie 2 neue Zähnchen und die nächsten beiden kündigen sich auch schon an.

Was ist alles passiert in den letzten 3 Wochen?

- ein Fisch in unserem Aquarium ist gestorben
- ich habe ganz tolle, neue Onlineshops für Kindersachen (vor allem dänische!) entdeckt
- ich habe zum ersten Mal im Leben eine Stunde Eis gekratzt (zugegeben: es war ein recht großer Transporter, trotzdem!!!)
- alle "Biss..." Teile sind ausgelesen, ich probiere in die Stieg Larsson Krimiserie rein zu kommen
- mein BA-Arbeit Ergebnis ist einen Tag vor Heiligabend gekommen
- der Druck wächst: dieses Jahr muss ich mich bewerben (schicke Mappen habe ich schon seit heute...)
- mein Mann hat mir ein tolles Weihnachtsgeschenk gemacht mit dem Ergebnis, dass ich jetzt keine Idee für seinen Geburtstag habe. super ;-)
- Freunde von uns wohnen jetzt hier, was den Kinderschnitt im Bekanntenkreis wieder hebt
- richtig in Familie sein macht Spaß
- tolles Geschenk für I. gefunden. und für Mr.X . Es wird toll!
- mein Bruder ist ein absoluter Trottel
- hab beschlossen mehr auf mein Karma zu achten

Alles in allem waren die Feiertage wunderbar, weil ruhig. Dafür geht es jetzt richtig los...

15. Dezember 2009

Punkt 6


...ich kann mich einfach nicht beschweren.

Immer wenn ich wirklich sauer bin und versuche, mich bei der zuständigen Stelle zu beschweren, bin ich zu lieb. Ich würd da gern mal richtig ausrasten, laut werden, Scheiß auf Diplomatie. Aber nein..wenn eine nette Stimme am anderen Ende ist, kann ich einfach nicht mehr so, wie ich bis vor wenigen Sekunden doch noch wollte!

Beispiel 1
Telekom. Da wollte ich von meinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, weil ich die Wohnung aufgrund vom Studienende aufgeben musste. Ich hab es vom Kundendienst zugesichert bekommen mit der Ansage, dass ich bald eine Bestätigung bekommen würde. Statt dessen bekam ich weiterhin Rechnungen, die ich dann natürlich nicht bezahlte. Ich rief also immer wieder an, immer wieder sollte ich die komplette Geschichte erzählen weil nirgends was vermerkt war. Schriftlich hatte ich es auch schon in die Weiten der Telekom geschickt..Naja, nach 5 Monaten rief mich dann der Leiter vom Kundendienst zurück und dann ging plötzlich alles ganz fix. Zwischendurch war ich so sauer und ungehalten. Aber am Telefon? Da ist das bissigste, was ich raus bekomme, ein: "Das ist aber ein schlecher Kundendienst". Ui, super.

Beispiel 2
Wir, also die Mamis und Fast-Mamis hier, frühstücken recht regelmäßig miteinander. Darum haben wir beschlossen, dieses Jahr zu wichteln. Gesagt, getan, Zettel gefaltet und meine Wunschkandidatin gezogen. Ich konnte mich noch ganz genau daran erinnern, wie wir einmal spazieren gegangen sind und meine Wunschkandidatin, nennen wir sie E., die ganze Zeit nörgelte, dass ihre Ohren kalt wären. Logischer Kommentar meinerseits: "Dann setz dir doch das nächste Mal eine Mütze auf". "Ja, aber da sehen die Haare danach so Scheiße aus." Mh, guter Punkt, 1:0. Dann fiel mir ein: Ohrwärmer, das wär's. Und wenige Tage später flatterte der tolle, teure Conleys Katalog ins Haus. Und was seh ich da? Wunderschöne Ohrwärmer, braun, außen Fell, innen Teddyplüsch und schlicht wirklich toll. Als ich also "E" auf meinem Zettel sah, wusste ich genau, wessen Telefonnummer ich später wählen sollte. Ich rief extra an um sicher zu gehen, dass sie innerhalb der nächsten 8 Werktage zugestellt würden. "Kein Problem, die sind lieferbar und in 1-3 Tage bei Ihnen." Tja, waren sie nicht, 10 Tage waren es und damit genau ein Tag zu spät fürs Wichteln, weshalb ich ein Notgeschenk finden musste. Abr ich dachte mir: "Hey, die Aussicht auf die tollen Ohrwärmer...das wird ein super Geschenk"
Heute kam das Paket - und dann sind die Dinger nicht wie abgebildet?!? Sie sind eher schwarz-weiß und ohne Plüsch und mit Glitzer und irgendwie...billig.
Ich war also wirklich böse, als ich beim Kundenservice anrief - aber richtig böse klang ich nicht. Eher extrem sachlich und abgeklärt.
Vielleicht kommt es daher, dass ich selber schon einmal im Kundendienst am Telefon saß und mir eben solche Menschen anhören musste. Solche, die dich nicht aussprechen lassen, keine Kompromissvorschläge hören wollen und einfach die ganze Zeit stur ins Telefon brüllen "Betrug, Betrug!".

Vielleicht mag ich Punkt 6 also an mir.

Ach und Versandkosten muss ich für die retournierten Ohrwärmer natürlich nicht zahlen ;-)

14. Dezember 2009

Punkt 5

Ich liebe die Omas meiner Tochter!!!

Da mein Mann selbstständig und damit selber und ständig unterwegs arbeiten ist, kann ich mich planungstechnisch immer schlecht auf ihn verlassen. Unsere Omas hingegen sind beide in der Nähe und immer da, wenn ich sie brauche. Es ist so eine Erleichterung!

Das muss für heute reichen, denn nachdem eine der Superomis auf unser Kind aufgepasst hat während ich beim Sport war, bin ich jetzt nur müde.

Bis morgen, versprochen.

13. Dezember 2009

3. Advent

...und damit liege ich 3 Tage im Rückstand. Heute versuche ich also 3 Punkte über mich zu finden.

Punkt 2

Das ist für meine Freunde jetzt vielleicht nicht so die Überraschung, aber ich liebe Grey's Anatomy. Ich glaube, man könnte beinah sagen...ich bin fanatisch. Ich dachte, dass diese Sucht eines Tages aufhören würde (ich bin sonst nicht so suchtgefährdet), aber das tut sie nicht. Ich bin zwar mittlerweile geübter im geduldigen Warten auf die nächsten Folgen, aber geheilt bin ich nicht. Manchmal fühl ich mich so in die Serie hinein gezogen, dass ich meine, ich könnte selber operieren und ein kick-arse-rock-it Doktor sein. Zugegebenermaßen bin ich das nicht - ich kann nicht mal Blut sehen.

Punkt 3

Ich bin loyal. Einige meiner Freunde haben mir gesagt, dass ich anfangs immer sehr distanziert und kühl wirke und man ein wenig eingeschüchtert ist von meiner Person (was ich natürlich überhaupt nicht nachvollziehen kann). Wenn ich aber erstmal jemanden mag, dann stell ich mich schützend vor meine Freunde. Nicht im Bodyguard-ich-spring-vor-dich-wenn-jemand-auf-dich-schießt-Stil, aber zumindest doch immer, wenn Andere der Meinung sind tratschen oder lästern zu müssen. Ich bin gerne für meine Freunde da, so lange ich das Gefühl habe, dass auch mein Gegenüber loyal zu mir ist. Denn...

Punkt 4

...ich bin zwar nicht nachtragend, aber mein Gedächtnis ist sehr, sehr gut. Ich merke mir sehr viel, Orte, Gesichter...und Tatsachen. Während erstere sehr nützlich sein können, ist das letzte vielleicht das ein oder andere Mal schwierig. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich in einer guten Freundschaft (und/oder Partnerschaft) fallen lasse und wirklich Sorgen und Nöte teile. Wenn das dann ausgenutzt wird...ist mit mir nur schwer Kirschen essen ;-)

Bis morgen, versprochen (ich bin zwar öfter unpünktlich [schlimme Eigenschaft], aber sehr verlässlich)

10. Dezember 2009

Ein bißchen spät...

..aber immerhin! Eine Freundin von mir hat mir mal eine Liste geschickt mit 25. sehr wahllosen Dingen über sie, die noch keiner weiß. Oder: von denen sie bisher dachte, dass sie niemanden interessieren.
Es war eine sehr amüsante, aber auch aufschlussreiche Liste...Daraufhin wollte ich dann auch gleich eine machen, bin aber bei Punkt 4 oder 5 nicht mehr weiter gekommen und habe es dann erst liegen lassen und dann, zack, verdrängt.
So, nun kram ich es wieder raus und ab jetzt gibt es jeden Tag bis Weihnachten eine Sache über mich, die bestimmt niemanden interessiert :-). Ein guter Plan.

Punkt 1

Ich hätte gerne ein besonderes Talent. Ich bin immer wieder begeistert von Menschen, die ganz außergewöhnlich gut in einer Sache sind.
Wenn jemand richtig gut malen und zeichnen kann, dann hätte ich das auch gern. Ich hab zwar künstlerisches Grundverständnis und bin nicht komplett Kunst-legasten, aber richtig gut? Nein, das bin ich nicht. Ich habe Freunde, die gehen in Kunst auf- es ist ihr Lebenselexir, ihr Inhalt. Sie verarbeiten jeden Gemütszustand mit dem Pinsel oder der Kamera, egal ob Kummer, Schmerz, Freude oder Glück.

Oder wenn jemand richtig, richtig gut schreiben kann. So gut, dass man in seinen Worten leben kann... wie beneidenswert.

Oder wenn jemand extrem gut in einer Sportart ist - auch das gehört für mich zu Talenten. Ich dagegen bin unsportlich. Nicht über die Maßen, aber doch genügend, um in jeder Mannschaftssportart als Letzte gewählt zu werden (als ich noch zur Schule ging und mich dieser Demütigung aussetzen musste - natürlich wollte keiner mit mir Volleyball spielen! Hätte ich auch nicht gewollt..). Ich hätte so gerne das Bedürfnis nach Sport. Kennt ihr auch diese Chaoten, die Sport zum glücklich sein brauchen? Die sonst zu zappelig und unausgeglichen sind? Ach wie schön wäre das, wenn ich morgens leichtfüßig aus dem Bett direkt in meine Laufschuhe springen könnte, eine Stunden rennen und auf dem Rückweg Brötchen besorgen würde??? Und mich dann um soooo vieles besser fühlen würde? Es ist ja nicht so, als ob ich sowas nicht schon probiert hätte. Aber ich bin so ungeduldig und will immer alles. Und zwar sofort. Das geht widerum nicht mit schlechter Kondition einher. Ein Teufelskreis!

Oder wenn jemand mit seinen Fingern ein Instrument zum singen bringen kann oder seine eigene Stimme. Was gibt es besseres als gute Musik? Ist es nicht faszinierend, wie sie einen fesseln kann? Wie sie sprichwörtlich zum Soundtrack des eigenen Lebens werden kann? Ich kann Akkorde auf der Gitarre spielen, was ohne Gesang extrem bescheuert klingt, meine Singstimme ist allerdings totaler Durchschnitt. Für Gute-Nacht-Lieder reicht's. Ach und ein wenig Klavier, das ist auch drin.Aber bei weitem nicht so perfekt, dass ich Beethovens Mondscheinsonate spiele könnte. Das wäre zu schön...

Oder wenn jemand sich elegant bewegen kann - auch das ist eine schöne Gabe. Menschen, die sich elegant bewegen, können mich auch beeindrucken.

Und wenn ich mich dann mit all meinen begabten, künstlerischen talentierten, sportverrückten, schönen, eleganten, musikalischen Freunden vergleiche? Wo bin ich dann? Durchschnittlich. Und was kann das toppen?

Ich hoffe sehr, dass ich eines Tages vom Blitz getroffen werde und (statt zu sterben, das klammer ich in meiner Fantasie mal aus) danach auch eine außergewöhnliche Gabe habe. Ich will ja gar kein Spinnenmensch werden. Gedanken lesen würde mir reichen!!!

Und ihr? Talentiert?

7. Dezember 2009

Hauptsache gesund...

Ich schleppe mich schon seit einigen Tagen mit einer Erkältung herum. Wer weiß ob es dem unangenehmen Novemberwetter oder der Grippeschutzimpfung zuzuschreiben ist. Nervig ist es allemal.

Mein Kind ist auch nicht so ganz auf der Höhe. Mal hat sie einen Tag Durchfall, den nächsten Tag ist sie quengelig und gestern Abend hat sie sich erbrochen - nur Fieber, das Alarmsignal schlechthin, hat sie nicht. Also kein Grund zur Panik. Abwarten und Tee trinken.

Da mach ich mir Gedanken über solch kleine, belanglose Kränkeleien. Dabei ist das Enkelkind eines sehr guten Bekannten vorgestern für immer eingeschlafen. Die kleine Maus war mit 360 Gramm (vergleicht das mal mit einem Stück Butter und etwas mehr...) das bisher kleinste Baby, das in der Berliner Charité zur Welt kam. Eher kein Grund zum gratulieren als zum ganz festen Daumen drücken für die bevorstehenden Wochen und Monate im Brutkasten. Aber in solchen Momenten neige ich eher zum Zweckoptimismus getreu dem Motto "das wird schon werden". Ist es leider nicht - nach nur 2 Tagen auf dieser Welt ist die Kleine in den Armen ihrer Eltern friedlich eingeschlafen.
Bei dem Gedanken an eine solche Situation jagt es mir als Mutter nicht nur einen eisigen Schauer den Rücken hinunter, sondern mein ganzer Körper und mein Herz verkrampfen sich. Wie muss sich das anfühlen? Schon seit langer Zeit zu wissen, dass das Baby in deinem Bauch nicht richtig versorgt werden kann? Dass die Ärzte nur die Wochen zählen, bis eine theoretische Überlebenschance besteht? Diese Sorge muss unerträglich sein. Diesen kleinen Menschen so schnell wieder gehen lassen zu müssen...ich kann es mir nicht vorstellen.

In diesem Fall gilt, ganz neutral und realistisch betrachtet, bestimmt der gleiche Grundsatz wie für Fehlgeburten: Die Natur hat sozusagen eine Reißleine eingebaut. Ein neues Leben, dass aus welchen Gründen auch immer in den ersten Wochen der Schwangerschaft aufhört sich zu entwickeln oder nach wenigen Tagen zu den Sternenkindern wechselt...vielleicht ist diesen Kindern schlimmeres erspart geblieben? Wer weiß wie das minikleine-360-Gramm-Baby die nächsten Wochen erlebt hätte - an all den Apparaten. Wer weiß ob sich sein Herzchen und seine Lungen normal entwickelt hätten.
Ich glaube ganz fest, dass diese Kinderseelen auf ihre Eltern herabsehen und ihnen helfen können, den Verlust zu verkraften um eines Tages wieder riechen, schmecken, hören, sehen und, vor allem, fühlen zu können. In solchen Momenten bekommt der Ausspruch "Na Hauptsache es ist gesund" eine ganz neue, essentielle Bedeutung. Man nimmt es so schnell (zu schnell?) als selbstverständlich hin, dass sein Kind alle Finger, alle Zehen, eine gerade Hüfte, einen geschlossenen Rücken, funktionierende Organe und die normale Anzahl an Chromosomen besitzt.

Was, wenn es eins mehr hätte? Was, wenn man ein Sonnenscheinkind bekommt? Eines, dass das Leben der Eltern genauso begeistern und bereichern kann, aber äußerlich betrachtet eben doch mongolid erscheint? Wer vermag zu entscheiden was lebenswert ist und was nicht? Aus diesen Gründen stehe ich Frühdiagnostik recht skeptisch gegenüber. Zum einen aufgrund des oben bereits erwähnten Zweckoptimismus' und zum anderen, weil ich mir nie zugetraut hätte aufgrund einer Wahrscheinlichkeit die Entscheidung über ein ungeborenes Leben zu treffen. Würde die Angst mich nicht lähmen? Schon der Gedanke an ein völlig gesundes Kind und der Stress und die Veränderung, die so ein Baby mit sich bringen sind beängstigend. Was, wenn man nun gefragt wird, ob man sich das Leben mit einem behinderten Kind vorstellen kann? Viele (ich möchte beinah sagen alle...) würden sicher denken: "Nein, das trau ich mir nicht zu". Aber ich kenne behinderte Menschen, die leben ein durchaus schönes Leben. Sie sehen die Welt mit ihren ganz eigenen Augen, vielleicht auch ein wenig kindlicher. Aber ist das schlechter???

Letztlich habe ich mich bei meiner Schwangerschaft gegen Frühdiagnostik entschieden, um eben gerade nicht mit solchen Fragen konfrontiert werden zu müssen. Gesagt habe ich dann folgendes: "Mit der Entscheidung schwanger werden zu wollen haben wir eine Seele zu uns eingeladen. Kommen und bleiben muss sie selbst. Doch wie kann ich sie, wenn sie schon bei mir ist, aufgrund einer Wahrscheinlichkeit plötzlich wieder ausladen?"