12. Januar 2010

Kleinstadtgedanken

Ich kann mich noch genau daran erinnern, als ich mich in meinen Mann verliebt habe!

Eine gründlich gescheiterte Beziehung und ein (deshalb) extrem alkohollastiger Sommer lagen hinter mir. Mein Mann war vergeben und ich dachte mir nur: "Was will DER denn jetzt von mir". Aber gekämpft hat er, wie ein Löwe. Mit Blumen, Briefen, SMS, Besuchen- ich war seine Prinzessin, seine Zukunft. Und er mein Schicksal.

Dieses Schicksal hat mich nach meinem Studium wieder zurück in meine alte Heimat, den Harz, gebracht. Da mein Mann hier seine Firma leitet, war mehr oder weniger klar, dass wir vorerst hier wohnen werden (er behauptet gerne, dass er schon fest damit gerechnet hat wegen mir von hier weg zu ziehen....aber das war bisher nie eine ernsthafte Option).
Als diese Entscheidung anstand, habe ich mich doch sehr schwer getan. Herrje, ich hatte doch so große Pläne! In meiner Vorstellung war ich erfolgreich bei einer großen Organisation wie der GTZ, der Welthungerhilfe oder dem Auswärtigen Amt beschäftigt. Die Welt retten eben. Natürlich wollte ich auch mit 25 mein erstes Kind haben, aber hey, das haben ja schon ganz andere unter einen Hut gebracht! Ich fand: die Welt ist groß und das ist gerade groß genug für mich!

Und dann...Wernigerode???Beschauliche Kleinstadt im Harz, ja. Touristenmagnet für Ü60, ja. Meine Eltern in der Gegend, ja. Aber ICH hier? Wie sollte das denn zusammen gehen? Was sollte aus mir, meinen Ideen, meinen Freunden werden? Was sollte hier schon groß auf mich warten (meinen Mann ausgenommen)???

Und heute, 2 Jahre später, empfinde ich die Entscheidung für die Kleinstadt im Harz als Glück. Ich habe mein erstes Kind (noch mit 25!) und meine Familie um mich herum. Und noch dazu eine großartige! Nicht nur meine fantastischen Eltern, auch meine perfekten Schwiegereltern sind hier. Und die Sorge um meine Freunde? Die legt sich auch, Stück für Stück. Anfangs dachte ich mir: Pff, du kommst aus der Gegend, du kennst schon alle, wen soll es hier noch geben, mit dem du dich richtig gut verstehst. Freunde wie in der Schulzeit oder dem Studium wirst du hier nie finden.
Das kann man so nicht sagen. Natürlich, an eine 22jährige Freundschaft kommt nicht so schnell etwas heran und auch die Freunde aus Passau hatten eine eigene Qualität. Das gemeinsame Lernen, die Unabhängigkeit, die Schwierigkeiten, die Parties- all das verbindet und prägt, gerade in dieser Phase. Doch auch hier habe ich mittlerweile neue, alte Leute entdeckt und wieder gefunden,solche, die mir nahe stehen und in deren Gegenwart ich mich wohl fühle, die mich bestätigen und mir helfen.
Wie schön, wenn man das Gefühl hat, dass man nur zum Hörer greifen muss. Ich glaube dann ist die Grenze von Bekanntschaft zu Freundschaft langsam überschritten.
Falls ihr es lest, I., L.,C., A. ...DANKE. Ihr macht mein Leben hier besser.

Und was die große, weite Welt betrifft: Ich bin mir sicher, dass ich auch im Kleinen die Welt retten kann. Warum nicht in Wernigerode anfangen ;-)

10. Januar 2010

Allein, allein...

...allein, allein.

Jetzt sitz ich hier, mein Glas Rotwein (ein nicht wirklich toller, das sollte auch erwähnt werden) ist geleert, die Waschmaschine schleudert vor sich hin, meine Lieblingsdecke kuschelt mich ein und mein vorbildliches Kind schläft den Schlaf der Gerechten.

Meinen obligatorischen Krimi (heute: "Das Leben des David Gale") hab ich geschaut, die Bügelwäsche türmt sich und die Spülmaschine würde gern entleert werden. Aber irgendwie hab ich dafür gerade keinen Nerv.

Ich habe großen Respekt vor allein erziehenden Müttern und noch mehr vor solchen, die wirklich auf sich allein gestellt sind und auch keine Familie in der Nähe haben. Was wäre ich nur ohne die Omas und Opas??? Mein Mann ist, so als Start ins neue Jahr, bis Donnerstag in Österreich und Valencia. Warum soll ich denn dann heute seine Hemden bügeln? Es merkt ja eh keiner...
Allein zu sein - das fand ich früher gar nicht so schlecht. Meinen Gedanken nachhängen, für mich Städte erkunden, stundenlang shoppen nach meinen eigenen Bedürfnissen, nicht gestört werden. Und jetzt? Beschleicht mich immer öfter ein unwohles Gefühl bin ich allein.
Natürlich, mein Kind ist da! Aber das ist nicht dasselbe. Mir fehlt der ruhige Alltag, die Nähe, die Vertrautheit, der Austausch. Was vermisse ich unsere Gespräche, das Lachen und abends zusammen kochen und baden. Das muss es sein, warum ich mich so unwohl fühle- meine zweite Hälfte fehlt mir. Ich versuche meine Tage zu nutzen, so lang ich noch frei darüber verfügen kann, ganz ohne berufliche Verpflichtungen. Momentan muss ich mich "nur" nach meiner Tochter richten.
Ich finde, heute ist der richtige Tag gekommen, um sie euch mal richtig vorzustellen. Ihr Name ist Mieke und sie wird Freitag schon 10 Monate. Ein (verhältnismäßig) richtig großes Mädchen!
Jeder sagt immer wie schnell die Zeit doch vergeht! Warum schleicht sie wenn man auf etwas, auf jemanden wartet und andersrum rennt sie davon, wenn man sie anhalten wollen würde... Und was für ein komisches Gefühl beides auf einmal zu wollen: Einerseits wünschte ich mein Mann wäre wieder hier. Andererseits ist das Tempo was Mieke an den Tag legt wie ein Turbogang. In 4 Wochen verändert sich bei ihr so viel. Sie lernt jeden Tag etwas Neues, wie faszinierend ihr dabei zusehen zu dürfen. Heute hat sie ganz intensiv ihre Haarbürste begutachtet. Jede einzelne flauschige Borste wollte sie begreifen, anfassen und am liebsten mit dem Mund betasten. Ob die Härchen wirklich so kitzeln wie sie aussehen??? Es war ein richtiges Schauspiel: Sie hat bestimmt 10 Minuten wie angewurzelt die Bürste von der linken in die rechte Hand gegeben, sie dabei ganz neugierig angeschaut, dann mit den Fingern die Borsten runtergedrückt, sie in den Mund genommen, wieder in die andere Hand und mit offenem Mund gestaunt. Was da in dem kleinen Köpfchen wohl vorgehen mag?
Mittlerweile hat sie auch schon 4 Zähne (mit den nächsten beiden im Anmarsch) und testet mehrmals täglich mit ihren Fingern wie sich das mit Zähnchen so anfühlt. Und was man damit alles machen und essen kann: Papa in die Nase beißen, sich selbst auf die Zunge beißen, die Zahnbürste macht da ganz andere Geräusche als auf der Zunge, Mandarine kann man essen, Brötchen sogar mit Kruste und auch zerdrücktes Gemüse geht schon, feines Püree ist was für Babies!!! So wertvoll, die Zeit.
Wie das nur werden wird wenn sie täglich für mehrere Stunden in der Krippe sein wird. Was werde ich dann alles verpassen? Natürlich weiß ich, dass sie dort gut betreut wird und sie da mehr Lieder singen und Reime abzählen als ich sie mir jemals anlesen könnte. Nicht zu vergessen all die andern Kinder, die Erfahrung "Ich bin hier nicht allein, ich kann mit anderen in Kontakt treten und muss auch Rücksicht üben". Ja, das will ich für sie. Ein kleiner Wehmutstropfen bleibt. Wie schnell dieses erste Jahr dann doch ins Land zieht, wie schnell kleine Kinder lernen, wie geschickt sie werden und wie aufmerksam sie ihr gesamtes Umfeld in sich aufsaugen.
Wie schade, dass man sich an seine eigene Frühkindheit nicht mehr erinnern kann. Wie muss das gewesen sein plötzlich völlig neue Gesichter zu sehen, die ersten eigenen Erfahrungen zu sammeln: "Das ist hell, das schmeckt gut, das ist warm, das hier heiß. Das gefällt mir, das hier gar nicht. Und: wo ist eigentlich MAMA???"
Seit einiger Zeit brabbelt Mieke so wunderbar vor sich hin, in ihrer kleinen Welt, das berühmte Mamamamamama und BababapapapapaPAPA ist dabei und natürlich 100 000 Dinge, die ich gern hinein interpretiere. Aber schon bald wird sie richtig anfangen. Und fordernder sein können, weil sie ihre Welt bezeichnen kann. Ach ich kann es gar nicht erwarten in diese Art der Kommunikation mit ihr zu treten.

Jeder Tag hat seinen eigenen Charme, seitdem sie in unser Leben getreten ist. Wie schön all das teilen zu können. Und wie schmerzhaft in solchen Momenten allein zu sein. Aber es sind ja nur noch 4 Tage...

8. Januar 2010

Wie im Flug!

Die Zeit ist so schnell vergangen und schon ist es da, das neue Jahr. Und beginnt gleich mit unglaublichen Schneemassen!
Tief Daisy soll heute alles auf den Kopf stellen, da bin ich mal gespannt. Mit etwas Glück sorgt Daisy auch dafür, dass mein Mann morgen nicht wegfliegen kann ;-)

Unser liebes Kind versucht sehr ehrgeizig Krabbelfortschritte zu machen und wird seit neustem ganz ärgerlich, wenn ihr das nicht glückt. Das kenn ich gar nicht von ihr. Außerdem hat sie 2 neue Zähnchen und die nächsten beiden kündigen sich auch schon an.

Was ist alles passiert in den letzten 3 Wochen?

- ein Fisch in unserem Aquarium ist gestorben
- ich habe ganz tolle, neue Onlineshops für Kindersachen (vor allem dänische!) entdeckt
- ich habe zum ersten Mal im Leben eine Stunde Eis gekratzt (zugegeben: es war ein recht großer Transporter, trotzdem!!!)
- alle "Biss..." Teile sind ausgelesen, ich probiere in die Stieg Larsson Krimiserie rein zu kommen
- mein BA-Arbeit Ergebnis ist einen Tag vor Heiligabend gekommen
- der Druck wächst: dieses Jahr muss ich mich bewerben (schicke Mappen habe ich schon seit heute...)
- mein Mann hat mir ein tolles Weihnachtsgeschenk gemacht mit dem Ergebnis, dass ich jetzt keine Idee für seinen Geburtstag habe. super ;-)
- Freunde von uns wohnen jetzt hier, was den Kinderschnitt im Bekanntenkreis wieder hebt
- richtig in Familie sein macht Spaß
- tolles Geschenk für I. gefunden. und für Mr.X . Es wird toll!
- mein Bruder ist ein absoluter Trottel
- hab beschlossen mehr auf mein Karma zu achten

Alles in allem waren die Feiertage wunderbar, weil ruhig. Dafür geht es jetzt richtig los...

15. Dezember 2009

Punkt 6


...ich kann mich einfach nicht beschweren.

Immer wenn ich wirklich sauer bin und versuche, mich bei der zuständigen Stelle zu beschweren, bin ich zu lieb. Ich würd da gern mal richtig ausrasten, laut werden, Scheiß auf Diplomatie. Aber nein..wenn eine nette Stimme am anderen Ende ist, kann ich einfach nicht mehr so, wie ich bis vor wenigen Sekunden doch noch wollte!

Beispiel 1
Telekom. Da wollte ich von meinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, weil ich die Wohnung aufgrund vom Studienende aufgeben musste. Ich hab es vom Kundendienst zugesichert bekommen mit der Ansage, dass ich bald eine Bestätigung bekommen würde. Statt dessen bekam ich weiterhin Rechnungen, die ich dann natürlich nicht bezahlte. Ich rief also immer wieder an, immer wieder sollte ich die komplette Geschichte erzählen weil nirgends was vermerkt war. Schriftlich hatte ich es auch schon in die Weiten der Telekom geschickt..Naja, nach 5 Monaten rief mich dann der Leiter vom Kundendienst zurück und dann ging plötzlich alles ganz fix. Zwischendurch war ich so sauer und ungehalten. Aber am Telefon? Da ist das bissigste, was ich raus bekomme, ein: "Das ist aber ein schlecher Kundendienst". Ui, super.

Beispiel 2
Wir, also die Mamis und Fast-Mamis hier, frühstücken recht regelmäßig miteinander. Darum haben wir beschlossen, dieses Jahr zu wichteln. Gesagt, getan, Zettel gefaltet und meine Wunschkandidatin gezogen. Ich konnte mich noch ganz genau daran erinnern, wie wir einmal spazieren gegangen sind und meine Wunschkandidatin, nennen wir sie E., die ganze Zeit nörgelte, dass ihre Ohren kalt wären. Logischer Kommentar meinerseits: "Dann setz dir doch das nächste Mal eine Mütze auf". "Ja, aber da sehen die Haare danach so Scheiße aus." Mh, guter Punkt, 1:0. Dann fiel mir ein: Ohrwärmer, das wär's. Und wenige Tage später flatterte der tolle, teure Conleys Katalog ins Haus. Und was seh ich da? Wunderschöne Ohrwärmer, braun, außen Fell, innen Teddyplüsch und schlicht wirklich toll. Als ich also "E" auf meinem Zettel sah, wusste ich genau, wessen Telefonnummer ich später wählen sollte. Ich rief extra an um sicher zu gehen, dass sie innerhalb der nächsten 8 Werktage zugestellt würden. "Kein Problem, die sind lieferbar und in 1-3 Tage bei Ihnen." Tja, waren sie nicht, 10 Tage waren es und damit genau ein Tag zu spät fürs Wichteln, weshalb ich ein Notgeschenk finden musste. Abr ich dachte mir: "Hey, die Aussicht auf die tollen Ohrwärmer...das wird ein super Geschenk"
Heute kam das Paket - und dann sind die Dinger nicht wie abgebildet?!? Sie sind eher schwarz-weiß und ohne Plüsch und mit Glitzer und irgendwie...billig.
Ich war also wirklich böse, als ich beim Kundenservice anrief - aber richtig böse klang ich nicht. Eher extrem sachlich und abgeklärt.
Vielleicht kommt es daher, dass ich selber schon einmal im Kundendienst am Telefon saß und mir eben solche Menschen anhören musste. Solche, die dich nicht aussprechen lassen, keine Kompromissvorschläge hören wollen und einfach die ganze Zeit stur ins Telefon brüllen "Betrug, Betrug!".

Vielleicht mag ich Punkt 6 also an mir.

Ach und Versandkosten muss ich für die retournierten Ohrwärmer natürlich nicht zahlen ;-)

14. Dezember 2009

Punkt 5

Ich liebe die Omas meiner Tochter!!!

Da mein Mann selbstständig und damit selber und ständig unterwegs arbeiten ist, kann ich mich planungstechnisch immer schlecht auf ihn verlassen. Unsere Omas hingegen sind beide in der Nähe und immer da, wenn ich sie brauche. Es ist so eine Erleichterung!

Das muss für heute reichen, denn nachdem eine der Superomis auf unser Kind aufgepasst hat während ich beim Sport war, bin ich jetzt nur müde.

Bis morgen, versprochen.

13. Dezember 2009

3. Advent

...und damit liege ich 3 Tage im Rückstand. Heute versuche ich also 3 Punkte über mich zu finden.

Punkt 2

Das ist für meine Freunde jetzt vielleicht nicht so die Überraschung, aber ich liebe Grey's Anatomy. Ich glaube, man könnte beinah sagen...ich bin fanatisch. Ich dachte, dass diese Sucht eines Tages aufhören würde (ich bin sonst nicht so suchtgefährdet), aber das tut sie nicht. Ich bin zwar mittlerweile geübter im geduldigen Warten auf die nächsten Folgen, aber geheilt bin ich nicht. Manchmal fühl ich mich so in die Serie hinein gezogen, dass ich meine, ich könnte selber operieren und ein kick-arse-rock-it Doktor sein. Zugegebenermaßen bin ich das nicht - ich kann nicht mal Blut sehen.

Punkt 3

Ich bin loyal. Einige meiner Freunde haben mir gesagt, dass ich anfangs immer sehr distanziert und kühl wirke und man ein wenig eingeschüchtert ist von meiner Person (was ich natürlich überhaupt nicht nachvollziehen kann). Wenn ich aber erstmal jemanden mag, dann stell ich mich schützend vor meine Freunde. Nicht im Bodyguard-ich-spring-vor-dich-wenn-jemand-auf-dich-schießt-Stil, aber zumindest doch immer, wenn Andere der Meinung sind tratschen oder lästern zu müssen. Ich bin gerne für meine Freunde da, so lange ich das Gefühl habe, dass auch mein Gegenüber loyal zu mir ist. Denn...

Punkt 4

...ich bin zwar nicht nachtragend, aber mein Gedächtnis ist sehr, sehr gut. Ich merke mir sehr viel, Orte, Gesichter...und Tatsachen. Während erstere sehr nützlich sein können, ist das letzte vielleicht das ein oder andere Mal schwierig. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich in einer guten Freundschaft (und/oder Partnerschaft) fallen lasse und wirklich Sorgen und Nöte teile. Wenn das dann ausgenutzt wird...ist mit mir nur schwer Kirschen essen ;-)

Bis morgen, versprochen (ich bin zwar öfter unpünktlich [schlimme Eigenschaft], aber sehr verlässlich)

10. Dezember 2009

Ein bißchen spät...

..aber immerhin! Eine Freundin von mir hat mir mal eine Liste geschickt mit 25. sehr wahllosen Dingen über sie, die noch keiner weiß. Oder: von denen sie bisher dachte, dass sie niemanden interessieren.
Es war eine sehr amüsante, aber auch aufschlussreiche Liste...Daraufhin wollte ich dann auch gleich eine machen, bin aber bei Punkt 4 oder 5 nicht mehr weiter gekommen und habe es dann erst liegen lassen und dann, zack, verdrängt.
So, nun kram ich es wieder raus und ab jetzt gibt es jeden Tag bis Weihnachten eine Sache über mich, die bestimmt niemanden interessiert :-). Ein guter Plan.

Punkt 1

Ich hätte gerne ein besonderes Talent. Ich bin immer wieder begeistert von Menschen, die ganz außergewöhnlich gut in einer Sache sind.
Wenn jemand richtig gut malen und zeichnen kann, dann hätte ich das auch gern. Ich hab zwar künstlerisches Grundverständnis und bin nicht komplett Kunst-legasten, aber richtig gut? Nein, das bin ich nicht. Ich habe Freunde, die gehen in Kunst auf- es ist ihr Lebenselexir, ihr Inhalt. Sie verarbeiten jeden Gemütszustand mit dem Pinsel oder der Kamera, egal ob Kummer, Schmerz, Freude oder Glück.

Oder wenn jemand richtig, richtig gut schreiben kann. So gut, dass man in seinen Worten leben kann... wie beneidenswert.

Oder wenn jemand extrem gut in einer Sportart ist - auch das gehört für mich zu Talenten. Ich dagegen bin unsportlich. Nicht über die Maßen, aber doch genügend, um in jeder Mannschaftssportart als Letzte gewählt zu werden (als ich noch zur Schule ging und mich dieser Demütigung aussetzen musste - natürlich wollte keiner mit mir Volleyball spielen! Hätte ich auch nicht gewollt..). Ich hätte so gerne das Bedürfnis nach Sport. Kennt ihr auch diese Chaoten, die Sport zum glücklich sein brauchen? Die sonst zu zappelig und unausgeglichen sind? Ach wie schön wäre das, wenn ich morgens leichtfüßig aus dem Bett direkt in meine Laufschuhe springen könnte, eine Stunden rennen und auf dem Rückweg Brötchen besorgen würde??? Und mich dann um soooo vieles besser fühlen würde? Es ist ja nicht so, als ob ich sowas nicht schon probiert hätte. Aber ich bin so ungeduldig und will immer alles. Und zwar sofort. Das geht widerum nicht mit schlechter Kondition einher. Ein Teufelskreis!

Oder wenn jemand mit seinen Fingern ein Instrument zum singen bringen kann oder seine eigene Stimme. Was gibt es besseres als gute Musik? Ist es nicht faszinierend, wie sie einen fesseln kann? Wie sie sprichwörtlich zum Soundtrack des eigenen Lebens werden kann? Ich kann Akkorde auf der Gitarre spielen, was ohne Gesang extrem bescheuert klingt, meine Singstimme ist allerdings totaler Durchschnitt. Für Gute-Nacht-Lieder reicht's. Ach und ein wenig Klavier, das ist auch drin.Aber bei weitem nicht so perfekt, dass ich Beethovens Mondscheinsonate spiele könnte. Das wäre zu schön...

Oder wenn jemand sich elegant bewegen kann - auch das ist eine schöne Gabe. Menschen, die sich elegant bewegen, können mich auch beeindrucken.

Und wenn ich mich dann mit all meinen begabten, künstlerischen talentierten, sportverrückten, schönen, eleganten, musikalischen Freunden vergleiche? Wo bin ich dann? Durchschnittlich. Und was kann das toppen?

Ich hoffe sehr, dass ich eines Tages vom Blitz getroffen werde und (statt zu sterben, das klammer ich in meiner Fantasie mal aus) danach auch eine außergewöhnliche Gabe habe. Ich will ja gar kein Spinnenmensch werden. Gedanken lesen würde mir reichen!!!

Und ihr? Talentiert?

7. Dezember 2009

Hauptsache gesund...

Ich schleppe mich schon seit einigen Tagen mit einer Erkältung herum. Wer weiß ob es dem unangenehmen Novemberwetter oder der Grippeschutzimpfung zuzuschreiben ist. Nervig ist es allemal.

Mein Kind ist auch nicht so ganz auf der Höhe. Mal hat sie einen Tag Durchfall, den nächsten Tag ist sie quengelig und gestern Abend hat sie sich erbrochen - nur Fieber, das Alarmsignal schlechthin, hat sie nicht. Also kein Grund zur Panik. Abwarten und Tee trinken.

Da mach ich mir Gedanken über solch kleine, belanglose Kränkeleien. Dabei ist das Enkelkind eines sehr guten Bekannten vorgestern für immer eingeschlafen. Die kleine Maus war mit 360 Gramm (vergleicht das mal mit einem Stück Butter und etwas mehr...) das bisher kleinste Baby, das in der Berliner Charité zur Welt kam. Eher kein Grund zum gratulieren als zum ganz festen Daumen drücken für die bevorstehenden Wochen und Monate im Brutkasten. Aber in solchen Momenten neige ich eher zum Zweckoptimismus getreu dem Motto "das wird schon werden". Ist es leider nicht - nach nur 2 Tagen auf dieser Welt ist die Kleine in den Armen ihrer Eltern friedlich eingeschlafen.
Bei dem Gedanken an eine solche Situation jagt es mir als Mutter nicht nur einen eisigen Schauer den Rücken hinunter, sondern mein ganzer Körper und mein Herz verkrampfen sich. Wie muss sich das anfühlen? Schon seit langer Zeit zu wissen, dass das Baby in deinem Bauch nicht richtig versorgt werden kann? Dass die Ärzte nur die Wochen zählen, bis eine theoretische Überlebenschance besteht? Diese Sorge muss unerträglich sein. Diesen kleinen Menschen so schnell wieder gehen lassen zu müssen...ich kann es mir nicht vorstellen.

In diesem Fall gilt, ganz neutral und realistisch betrachtet, bestimmt der gleiche Grundsatz wie für Fehlgeburten: Die Natur hat sozusagen eine Reißleine eingebaut. Ein neues Leben, dass aus welchen Gründen auch immer in den ersten Wochen der Schwangerschaft aufhört sich zu entwickeln oder nach wenigen Tagen zu den Sternenkindern wechselt...vielleicht ist diesen Kindern schlimmeres erspart geblieben? Wer weiß wie das minikleine-360-Gramm-Baby die nächsten Wochen erlebt hätte - an all den Apparaten. Wer weiß ob sich sein Herzchen und seine Lungen normal entwickelt hätten.
Ich glaube ganz fest, dass diese Kinderseelen auf ihre Eltern herabsehen und ihnen helfen können, den Verlust zu verkraften um eines Tages wieder riechen, schmecken, hören, sehen und, vor allem, fühlen zu können. In solchen Momenten bekommt der Ausspruch "Na Hauptsache es ist gesund" eine ganz neue, essentielle Bedeutung. Man nimmt es so schnell (zu schnell?) als selbstverständlich hin, dass sein Kind alle Finger, alle Zehen, eine gerade Hüfte, einen geschlossenen Rücken, funktionierende Organe und die normale Anzahl an Chromosomen besitzt.

Was, wenn es eins mehr hätte? Was, wenn man ein Sonnenscheinkind bekommt? Eines, dass das Leben der Eltern genauso begeistern und bereichern kann, aber äußerlich betrachtet eben doch mongolid erscheint? Wer vermag zu entscheiden was lebenswert ist und was nicht? Aus diesen Gründen stehe ich Frühdiagnostik recht skeptisch gegenüber. Zum einen aufgrund des oben bereits erwähnten Zweckoptimismus' und zum anderen, weil ich mir nie zugetraut hätte aufgrund einer Wahrscheinlichkeit die Entscheidung über ein ungeborenes Leben zu treffen. Würde die Angst mich nicht lähmen? Schon der Gedanke an ein völlig gesundes Kind und der Stress und die Veränderung, die so ein Baby mit sich bringen sind beängstigend. Was, wenn man nun gefragt wird, ob man sich das Leben mit einem behinderten Kind vorstellen kann? Viele (ich möchte beinah sagen alle...) würden sicher denken: "Nein, das trau ich mir nicht zu". Aber ich kenne behinderte Menschen, die leben ein durchaus schönes Leben. Sie sehen die Welt mit ihren ganz eigenen Augen, vielleicht auch ein wenig kindlicher. Aber ist das schlechter???

Letztlich habe ich mich bei meiner Schwangerschaft gegen Frühdiagnostik entschieden, um eben gerade nicht mit solchen Fragen konfrontiert werden zu müssen. Gesagt habe ich dann folgendes: "Mit der Entscheidung schwanger werden zu wollen haben wir eine Seele zu uns eingeladen. Kommen und bleiben muss sie selbst. Doch wie kann ich sie, wenn sie schon bei mir ist, aufgrund einer Wahrscheinlichkeit plötzlich wieder ausladen?"

5. Dezember 2009

Von Amseln und Zucker

Warum ist draußen Novemberwetter, wo es doch Advent ist und man eigentlich Schnee oder zumindest Kälte erwartet?
Einerseits ist dieses matschige Wetter manchmal besser als sein Ruf- es animiert zum Tee trinken, quatschen und kuscheln. Aber andererseits ist es zum Kinderwagen schieben äußerst unattraktiv.

Nachdem ich heute mit den ladies im Amselmann essen war (Gespräche über Edward inklusive, wobei der Name von den Männern quasi tabuisiert wird) und einen fantastischen Salat mit Ziegenkäse, Birnen und Honig-Senf-Dressing und als Dessert ein noch fantastischeres Crème Brulée hatte (obwohl der Rest meinte, es hätte schon bessere Crème Brulée Tage gegeben...), fiel mir wieder ein, dass ich das Fleisch im Kühlschrank noch zu Babybrei verarbeiten wollte.

Da mein Mann heute beruflich bei einem Weihnachtskonzert ist (kalte Schlosskirche...KALT...ich habe beschlossen, daheim zu bleiben), wurde der Vorsatz sogleich in die Tat umgesetzt. Mein tolles Babykochbuch aufgeschlagen und gleich 3 Rezepte gekocht. Da wollen wir doch mal sehen was mein kleines Lieblingskind morgen davon hält. Es ist aber immer wieder erstaunlich, wie gerne sie den selbstgekochten Brei isst -egal ob langweiliger Pastinaken-Kartoffel-Brei oder fruchtiger Fenchel-Möhre-Mango-Kartoffel-Birnensaft-Brei -Gläschenkost aber nach 5 oder 6 Löffeln vehement ablehnt. Eigentlich ist das ja schön- meinem Plan (siehe to do), meiner Tochter ein gesundes Essverhalten beizubringen, werden dadurch ja erste Grundsteine gesetzt. Ich finde nicht nur, dass das Vorkochen kein großer Arbeitsaufwand ist, ich habe mir mal geschworen, dass mein Baby nur Sachen essen muss (oder sie probieren sollte), wenn ich das auch tue. Und manche Gläschen sind einfach grausig. Die schmecken, wie sie aussehen- grau. Aber auch die ganz guten und teuren...auch die mag sie nicht. Obwohl ich die....okay finde. Und uneigentlich? Ist es auch ein bißchen stressiger. Wegfahren wird damit immer zum Planungsmarathon. Gibt es dort Kühlmöglichkeiten? Wie lange bleiben wir? Kann ich da zur Not selber kochen? Gibt es alles Nötige? Was müssen wir mitnehmen? Manchmal ganz schön nervig!
Ein Vorteil (neben dem bessern Geschmack und der Gewissheit, was da drin steckt) ist, dass wir so beinah gezwungen sind, feste Essenszeiten einzuhalten und diese Mahlzeit dann auch am Tisch einzunehmen. Sie soll merken, dass es nicht nur um Nährstoffzufuhr geht, sondern um mehr. Um das Gemeinsame. Um die Konzentration auf das Essen, ganz ungestört und nicht nebenbei aus dem Gläschen schnell in die kleine Schnute gestopft. Wie oft erwische ich MICH dabei? Für mein Kind nehm ich mich alle Zeit der Welt- und Mutti? Hält schnell an, holt sich ein (zwar frisches, aber trotzdem!) belegtes Brötchen und einen Coffee to go und schon wird fix beim Auto fahren gegessen. Was habe ich vor 3 Zeilen erst gelobt??? Das bewusste Essen. Ich find es schön, dass man durch Kinder mehr dazu angehalten wird, sich mit ihnen und der Ernährung auseinander zu setzen. So kocht man vielleicht zum ersten Mal einen Pastinakenbrei und fragt sich- Warum habe ich nicht schon eher dieses lustige Wurzelgemüse probiert? Oder man registriert seit langem mal wieder, wie gut und süß selbst gemachtes Apfelmus schmeckt.
Mir ist schon klar, dass niemand seine Essgewohnheiten komplett und grundlegend ändert, sondern nach einer vorsichtigen Gewöhnungsphase seinem Kind alles gibt, was man selbst isst und vor allem in der selben Umgebung. So sieht man kleine Kinder, die im Buggy nur ruhig sind, wenn sie ein Brötchen oder eine Brezl zum Knabbern haben. Dabei haben sie sicher keinen Hunger - nur lange Weile. Oder Babies, die "schon" Würstchen, Kekse ("sind aber extra für Babies") oder überzuckerte Fruchtzwerge naschen dürfen. Zähne putzen ist bei vielen dieser Kinder allerdings nicht drin- "Da schreit meiner immer wie am Spieß". Mh. Was ist die Alternative?
Wie oft wird man angesprochen oder belächelt ("Das ist ihr erstes Kind, da macht man sowas noch..."), wenn man verkündet, dass sein (fast-) 9monatiges Baby noch keine Schokolade oder generell Süßes gegessen hat. "Sowas enthälst du ihr vor???", sagen die erstaunten Augen dann. Genau da liegt die Crux. Ich enthalte meinem Kind nichts vor- sie kennt den industriell hochgeschraubten Zuckergrad und Süßelevel eben nicht. Sie vermisst ihn nicht, denn momentan (und wie schön muss das sein!) ist für sie eine Banane oder selbst eine Kartoffel ganz, ganz süß. Sie mag gesalzene Sachen nicht- Zum einen sind sie schlecht für die Nieren, die so viel Schadstoffe noch nicht filtern können, zum anderen schmeckt sie noch die einzelnen Zutaten. Nur, weil ein Kind schon etwas essen "kann" heißt es nicht automatisch, dass es das essen "muss"! Oft werden einfach die schlechten und unvernünftigen Ernährungsweisen der Eltern auf Kinder übertragen. Wohin das später führt, sehen wir tagtäglich. "Zu dicke Kinder!", schreit es aus allen Medien. Die gleichen Medien, die aber Produkte bewerben, die genau dazu führen. Ist das nicht irgendwie krank?
Als junge Mama hab ich mir natürlich so ziemlich jeden Newsletter besorgt und bin beinah jedem Club beigetreten, den es gibt. Da bekommt man dann regelmäßig Post und Produktproben. Kundenbindung durch product placement, ganz clever eigentlich. Der Witz ist nur, dass diesen Produktproben meist ein Heft oder Infobrief beiliegt. Da wird dann (sinngemäß) beschrieben, was laut Ernährungswissenschaft gut für das Kind ist. Oft sind die Sachen auch richtig. Aber dann? Werden Produkte mit den entgegengesetzen Charakteristika beworben! Zum Beispiel heißt es: "Stillen ist das Beste für ihr Kind. Aber Folgemilch 1 ab der Geburt und Stufe 2 ab 6 Monaten sind so verträglich und länger sättigend..." Welche übernächtigte Mutter hat da nicht mal kurz den Gedanken das Handtuch zu schmeißen? Nicht nur, dass die Vorstellung an eine lange, stille Nacht (ohhh jaaaaaaaaaaa!) zu verlockend ist (wir SIND ja leider nun mal keine Vampire und brauchen daher unseren Schlaf um Kräfte für den nächsten Tag zu sammeln), man hat auch immer ein bißchen das Gefühl man tut nicht alles, damit es seinem Kind gut geht.
Ein nächstes Beispiel. In den Abendmilchbrei gehören wirklich nur Milch, Getreide und evtl. ein bißchen Saft (ungezuckerter Direktsaft) oder Obstmus. Und welche Produktprobe liegt bei? Ein Fertigpulver, dem man nur Wasser zusetzen muss, dass dann nach Vanille-Banane schmeckt. Ich versteh das nicht. Inhaltslisten solcher Produkte sind endlos lang und voller "E"s und Zuckerarten (-dextrine)...Schon gemein, dass wir Erwachsenen oft genug sowas essen!
Noch ein Beispiel, dann hab ich meinem Ärger genug Luft gemacht. Meine liebe Schwiegermama wollte in den ersten Monaten, als unser Kind noch Koliken hatte, Fencheltee besorgen. Sie erkundigte sich sogar bei der Verkäuferin und wollte einen Tee, der ohne Zusatzstoffe und möglichst "Bio" war. Was landete in ihrem Korb nach der Empfehlung? Ein Instanttee (ab Woche 1!!!) mit Fenchelgeschmack, bei dem man die Inhaltsstoffe wirklich suchen musste, selbst ich hatte meine Mühe. Geschaut hab ich auch nur, weil groß drauf prangte: ohne künstlichen Zuckerzusatz. Dass Maltodextrine drin waren, also auch eine zugesetzte Zuckerart, wurde dabei unter den Tisch gekehrt.
Ich bin einfach jedes Mal so verärgert. Mein Mann versucht mir dann immer wieder mit engelsgleicher Geduld das marktwirtschaftliche Gebot von Angebot und Nachfrage zu erklären- wenn es niemand kaufen würde und kein Bedarf dafür wäre, gäbe es solche Produkte nicht. Damit geb ich mich dann aber nie zufrieden, denn die Werbung suggeriert ja jeder Mutter, dass diese Dinge notwendig sind und macht es ihnen unnötig schwer, gesunde Dinge zu kaufen. Sicher liegt es in der Hand des Einzelnen- aber warum gibt es gerade in der Babyernährung ein so großes Angebot an ungesunden Sachen? Ich merke schon, ich dreh mich im Kreis. Ich hoffe der geneigte Leser hat bis zum Schluss durchgehalten...

Ich für meinen Teil geh jetzt Plätzchen backen, denn die gehören (wie bereits erwähnt) zur Adventszeit wie der Baum zum heiligen Abend. Vielleicht lass ich mich nächstes Jahr erweichen, dass mein Kind (dann ja schon Krippenkind) auch Plätzchen essen darf ;-)

4. Dezember 2009

Vorfreude, schönste Freude

Nachdem ich nach großem Hadern endlich mit kino.to klar komme und mein 2. Buch über Edward und Bella zu Ende gelesen habe, bin ich völlig versunken in der Musik zum Film (siehe auch meinen kleinen, süßen Mp3 Player rechts...). Zu schön!
Jetzt muss ich zwar warten, bis ich endlich ins Kino kann, um mir den 2. Teil des Films anzusehen und, noch schlimmer, muss ich wahrscheinlich bis Weihnachten warten, bis ich die letzten beiden Bücher geschenkt bekomme, aber was solls! Vorfreude, nicht wahr?

Apropos Vorfreude. Ich hab schon jetzt fast alle Geschenke für Weihnachten. Lieblingsbaby- check. Eltern- check. Schwiegereltern- check. Wichtelgeschenk- check. Schwager samt Familie (inkl. 2 Kinder)- check. Freunde- check. Fehlt nur noch eine richtig gute Idee für meinen Mann. Wer also grandiose Einfälle diesbezüglich hat- sie sind sehr willkommen! Es ist aber auch schwierig mit ihm. Schenken findet er zu Anlässen doof (was haben wir uns schon gestritten über Geburtstage und Weihnachten!), er findet, Aufmerksamkeiten gehören in den Alltag. Ja gut, da sind sie ja auch schön. Aber Weihnachten ohne Geschenke? Das geht gar nicht! Ja, ja, ich weiß: Konsumgesellschaft. Ich find Weihnachten trotzdem toll. Ich hab es schon immer geliebt, den glänzenden Schmuck, die Lichter, die Kerzen, das Tannengrün, die Plätzchen, den Glühwein...und dann der heilige Abend! Wir sind zwar allesamt nicht gläubig, aber das Beisammensein und die warme, familiäre Atmosphäre- das hat mir gefallen. Und dazu gehören für mich ein Baum inklusive Geschenke. Was gibt es denn auch Schöneres, als jemandem eine Freude zu bereiten?
Schwierig wird es nur, wenn derjenige sich schon selber alles kauft oder manche Dinge kategorisch ablehnt mit dem Kommentar: "Sowas schenkt man nicht, das kauft man sich selber".
Und dann gibt es da Jahre, da fällt einem einfach überhaupt nichts ein. Für niemanden. Dann quält man sich durch den Advent, um wirklich 2 Tage vorher Geschenke zu besorgen, was unglaublichen Stress bedeutet. Denn schließlich haben gut geschätzte 90% der Leute ein Problem damit, Geschenke schon vor dem 20. Dezember zu besorgen.

Gott sei Dank gehöre ich dieses Jahr nicht dazu. Außer für meinen Mann, dem ich dann vielleicht doch ein Geschenk kaufe, "dass man nicht schenkt, sondern sich selber kauft".